Identifikation mit deinem Wohnort

1084476_12911379Ich wurde geboren. An einem Ort, den ich mir nicht ausgesucht habe, der mich aber fortan immer begleiten wird. Er steht in meinem Personalausweis, auf unzähligen Formularen und Anträge, die ich ausfüllen musste… – ich kann ihn nicht leugnen. Schon recht früh bin ich umgezogen oder besser gesagt, ich wurde umgezogen. Meine Eltern haben das so entschieden und ich durfte mitgehen. Jeder Ort wurde Teil meines Lebenslaufs, ist verbunden mit Menschen, Gebäuden, Erlebnissen, besonderen Momenten.  Jahr später, ein erwachsener Mann, habe ich zum ersten Mal selbst entschieden umzuziehen. Der Zeitpunkt war gekommen, heraus aus dem Elternhaus in eine neue Welt, die es zu entdecken galt. Ich bin nicht weggezogen weil mir mein Dorf nicht gefallen hat. Verlässt man so einfach seine Heimat? Es war Zeit zu gehen, dass spürte ich. An keinen Ort habe ich mir wirklich viele Gedanken über den Ort selbst gemacht. Ich lebte halt dort, weil meine Eltern dort lebten, weil ich dort Freunde gefunden hatte, weil ich dort meine Ausbildung machte, dort arbeitete… Mit der Zeit habe ich realisiert wie ein Ort mich prägen kann. Jede Stadt/Dorf hat seine eigene Kultur. Ich fing an darüber nachzudenken. Was gefällt mir hier? Was finde ich zum kotzen? Bin ich Stolz auf meine Stadt und warum? Wie will ich mich am gesellschaftlichen Leben beteiligen? Wo will ich mitgestalten? Ich fing an mich mit meiner Stadt auseinanderzusetzen. Was will Gott hier? Was denkt er über meine Stadt? Diese Gedanken führten mich ins Gebet und meine Identifikation mit der Stadt wuchs.

Es braucht Menschen, die sich mit ihrer Stadt identifizieren könne, denn erst dann fangen sie an sie mitzugestalten! Ich bin vielen Menschen begegnet, die leben in ihrer Stadt und doch beteiligen sie sich nicht an ihr. Sie haben sich ihre eigene kleine Umgebung (Welt) aufgebaut in der sie sich bewegen. Sie pendeln zwischen Wohnung, Garten, Arbeitsplatz und Discounter. Bei vielen Christen ist es ähnlich. Bei ihnen kommt halt noch die Kirche dazu. Sie engagieren sich dort und ihre Gedanken drehen sich um sie. Wie kann die Gemeinde wachsen? Was sollten wir noch tun? Begegnungen mit der Stadt entstehen, wenn Menschen aus der Stadt es wagen zu ihnen zu kommen. Manche Mutige wagen sich sogar raus, aber nur aus legitimierten Gründen wie Evangelisation. Im Zentrum steht die Gemeinde. Aber was wäre wenn im Zentrum die Stadt stehen würde? Dann würden wir uns fragen: Was braucht die Stadt und damit die Menschen, die dort leben? Und was können und wollen wir als Gemeinschaft von Christen dazu beitragen?

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