Advent 09# Finanzberatung bei Jesus

Ein gewöhnlicher Finanzberater berät Kunden über Geldanlagen, Kredite und Versicherungen. Angefangen bei der Grundabsicherung wird über einen Vermögensaufbau und mögliche Kapitalanlage gesprochen. Dabei soll das Geld durch geschicktes Anlegen sich wie von allein vermehren.

Erstaunlich ist wie viel Jesus über Geld spricht. In seinen Gleichnissen verrät er detailgenaue Kenntnisse über die Welt der Finanzen. Er musste über Insiderwissen verfügt haben. Besonders gerne spricht er über die Faszination des Geldes. Er thematisiert die fast schon erotische Beziehung vieler Menschen zur ihrem Geld. Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz (Mt 6,21). Jesus hatte nichts gegen Geld oder Reichtum. Die Liebe zum Geld, oder auch Gier genannt, ist das Übel. Daher macht die Vermehrung des Geldes nicht glücklicher. Deshalb berät der Finanzberater Jesus seine Kunden in erster Linie über sichere Lebensversicherungen, Teilen und nachhaltige Investitionen.

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Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?

Schon krass wenn man mit Geldanlagen mehr verdienen kann, als durch harte Arbeit! Letztens war ich mit Freunden in dem schockierenden Film „Let‘ s make money“, der zeigt wie Finanzen über den Globus „geschoben“ werden und was hinter dem uns wohl bekannten Werbeslogan „Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten“ steckt. Doch Fakt ist, dass Geld nicht von alleine arbeitet. Irgendwie und irgendwo wird dafür, meist unter krassen zum Teil unmenschlichen Bedingungen, gearbeitet. Wenn also ihr Geld „arbeitet“, arbeiten in Wahrheit reale Menschen dafür. Wenn sie also ihr Geld für sich „arbeiten“ lassen, schwitzen und schuften dafür Arbeiter, verteilt auf der gesamten Erde. Die Globalisierung hat diesen Trend verstärkt, undurchschaubarer und bizarrer gemacht.

Der Film zeigt in erschreckendem Masse die Ethik von (manchen) Managern und Industriellen. Die pure Gier regiert. Wo bleibt die soziale Verantwortung? Die Aktionäre werden verwöhnt, während die Arbeiter ausgebeutet werden. Wollen wir das als Gesellschaft?

Eine Frage im Film hat mich nachdenklich gemacht: „Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?“ Man schätzt das 17,5 Trillionen Dollar auf Bankkonten in Steuerparadiesen geparkt wird. Doch sind die Reichen die Bösen? Nein, das Problem ist vielmehr ihre Gier? Und gierig sind nicht nur die Reichen. Die Frage müsste vielmehr lauten: Wie lange können wir uns die Gierigen noch leisten? Und dann kann plötzlich auch ich betroffen sein. Leute: Gier ist eine schlimme Sünde! Oder?