Advent 09# Finanzberatung bei Jesus

Ein gewöhnlicher Finanzberater berät Kunden über Geldanlagen, Kredite und Versicherungen. Angefangen bei der Grundabsicherung wird über einen Vermögensaufbau und mögliche Kapitalanlage gesprochen. Dabei soll das Geld durch geschicktes Anlegen sich wie von allein vermehren.

Erstaunlich ist wie viel Jesus über Geld spricht. In seinen Gleichnissen verrät er detailgenaue Kenntnisse über die Welt der Finanzen. Er musste über Insiderwissen verfügt haben. Besonders gerne spricht er über die Faszination des Geldes. Er thematisiert die fast schon erotische Beziehung vieler Menschen zur ihrem Geld. Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz (Mt 6,21). Jesus hatte nichts gegen Geld oder Reichtum. Die Liebe zum Geld, oder auch Gier genannt, ist das Übel. Daher macht die Vermehrung des Geldes nicht glücklicher. Deshalb berät der Finanzberater Jesus seine Kunden in erster Linie über sichere Lebensversicherungen, Teilen und nachhaltige Investitionen.

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Der Fußball und das liebe Geld

1136532_46333595Ich schwanke zwischen staunen und entstetzen über die neuerlichen Ereignisse auf dem Transfermarkt. Der neue Präsident von Real Madrid macht tatsächlich ernst und wirft nur so mit Geld um sich. Nach Kaka für 65 Millionen €, jetzt Cristano Ronaldo für 94 Millionen € plus was da noch kommt (Villa für 40 Millionen € ist schon im Gespräch oder Ribery für 60 Millionen €). Das ist doch der reine Wahnsinn! Hat die Preistreiberei kein Ende! Braucht es erst eine Superkrise? Ich finde diese Entwicklung alarmierend, die schon vor vielen Jahren ihren Lauf genommen und immer größere Auswünsche annimmt (siehe Abramovisch oder Manchester City). Viele Fragen gehen mir durch den Kopf:

  • Woher kommt das Geld? (Irgendwo muss es von Menschen verdient worden sein. Die Frage ist unter welchen Umständen)
  • Was macht es mit einem Menschen für so viel Geld transferiert worden zu sein?
  • Warum sind Menschen bereit so viel Geld in den Fußball zu pumpen?
  • Wo bleibt die soziale Verantwortung?

Der Focus schreibt: „In Spanien stellten sich viele Fans die Frage: Wo nimmt Real- Präsident Florentino Pérez in Krisenzeiten das Geld her, mit dem er sein Team von „Galaktischen“ zusammenkauft? Der Clubchef plant nach Kaká und Ronaldo noch weitere Millionen-Deals. Er will insgesamt 300 Millionen Euro in den Transfermarkt pumpen. Nach Angaben der Zeitung „El País“ soll diese Summe je zu einem Drittel mit Rücklagen, mit dem Verkauf von Spielern wie Rafael van der Vaart und mit Krediten finanziert werden.

Real setzt darauf, dass die Rekord-Investition sich auszahlt und Cristiano Ronaldo zu einer Werbe-Ikone wird wie David Beckham. „Ein Spieler ist nicht teuer oder billig, sondern rentabel oder nicht rentabel“, sagte Pérez. „Marca“ ergänzte: „Der weltweite Wirbel um den Transfer zeigt schon jetzt, dass Real mit seiner Entscheidung richtig liegt.“ Die Presse in Barcelona sprach dagegen von einem „Skandal“. „Angesichts von vier Millionen Arbeitslosen in Spanien ist es obszön, 93 Millionen Euro für einen Fußballer auszugeben“, meinte das Fachblatt „Sport“.

Das ist mal ein Menchenbild! Konsequenz einer fatalen Politik. Ich bin wieder einmal schockiert über die Auswüchse ungutem Umgang mit Finanzen. Geht hier wirklich alles mit rechten Dingen zu? Wie heute zu erfahren war hat Real Madrid zur Finanzierung einen Millionenkredit bekommen. Na, dann!

Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?

Schon krass wenn man mit Geldanlagen mehr verdienen kann, als durch harte Arbeit! Letztens war ich mit Freunden in dem schockierenden Film „Let‘ s make money“, der zeigt wie Finanzen über den Globus „geschoben“ werden und was hinter dem uns wohl bekannten Werbeslogan „Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten“ steckt. Doch Fakt ist, dass Geld nicht von alleine arbeitet. Irgendwie und irgendwo wird dafür, meist unter krassen zum Teil unmenschlichen Bedingungen, gearbeitet. Wenn also ihr Geld „arbeitet“, arbeiten in Wahrheit reale Menschen dafür. Wenn sie also ihr Geld für sich „arbeiten“ lassen, schwitzen und schuften dafür Arbeiter, verteilt auf der gesamten Erde. Die Globalisierung hat diesen Trend verstärkt, undurchschaubarer und bizarrer gemacht.

Der Film zeigt in erschreckendem Masse die Ethik von (manchen) Managern und Industriellen. Die pure Gier regiert. Wo bleibt die soziale Verantwortung? Die Aktionäre werden verwöhnt, während die Arbeiter ausgebeutet werden. Wollen wir das als Gesellschaft?

Eine Frage im Film hat mich nachdenklich gemacht: „Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?“ Man schätzt das 17,5 Trillionen Dollar auf Bankkonten in Steuerparadiesen geparkt wird. Doch sind die Reichen die Bösen? Nein, das Problem ist vielmehr ihre Gier? Und gierig sind nicht nur die Reichen. Die Frage müsste vielmehr lauten: Wie lange können wir uns die Gierigen noch leisten? Und dann kann plötzlich auch ich betroffen sein. Leute: Gier ist eine schlimme Sünde! Oder?