Geistliches Zuhause

way 633964_83417366Sie sind ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Sie laden sich die Predigten von ihren Topprediger herunter, gehen unregelmäßig in den quasi anonymen Gottesdienst ihrer Gemeinde, wobei es in der letzten Zeit bei einer anderen Gemeinde auch ganz gut abgeht. An Feiertagen ziehen sie lieber was Traditionelleres vor, denn die wilden, lauten Freikirchen sind zu wenig meditativ. Ach ja, zweimal im Jahr sieht man sie auch auf größeren Treffen den Konferenzen mit den angesagtesten Redner der christlichen Szene. Wobei es ihnen nach dem ersten Tag langweilig wird, doch was tut man nicht alles, um geistliche Nahrung zu bekommen. Man will sehen und gesehen werden; will nehmen, aber nicht geben; will andere kennenlernen, sich aber nicht anvertrauen; will kurze, effektive Gebete, aber keine langwierigen, schmerzhaften Prozesse. Sie sind ständig unterwegs, ohne Wurzeln. Es gefällt ihnen dort bei denen, doch es könnte ja woanders viel besser sein. Ständig auf der Suche, doch nach was? Wollen sie wirklich finden, oder gefällt es ihnen eigentlich genau so? Sie sind gegen Enge. Sie wollen reden, sich mitteilen, Verständnis erfahren und die Zeit vergeht und sie sind immer noch unterwegs.

Jesus-Nachfolger (Christen) brauchen ein geistliches Zuhause. Einen Ort an dem sie sein können und nicht den hippen, coolen, progressiven Typen abgeben müssen. Einen Ort an dem sie Annahme, Geborgenheit, Auferbauung, aber auch Korrektur erfahren. Einen Ort an dem sie sich mitteilen, in ihr Leben blicken lassen, beichten und mit ihren Kämpfen nicht alleine bleiben. Einen Ort an dem sie ihre Fragen stellen können, ohne dumm angeschaut zu werden. Einen Ort mit Raum für Zweifeln. Einen Ort, an dem die Schönheit des Lebens zelebriert wird. Einen Ort, der nicht alle Antworten kennt. Einen Ort, der sie vor Oberflächlichkeit bewahrt. Doch genau das fordert sie so heraus, denn sie sind so gerne ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Und du?