Entscheidungen treffen im Sinne Gottes

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung und willst im Sinne Gottes entscheiden. Was ist zu tun? Grundsätzlich sind drei verschiedene Ausgangspole zu beachten. Da wäre die biblische Norm und damit die Frage, ob es in der Bibel Antworten oder zumindest Hinweise gibt, zu berücksichtigen. Dann gilt es die Situation zu beachten. Jede Situation ist ganz besonders und daher ist sie genau zu analysieren. Schließlich gibt es noch die Geistesleitung und das Gewissen und damit die Frage was Gott genau in die konkrete Entscheidungssituation spricht. Die biblische Norm ist die grobe Leitlinie für alle Entscheidungen. Eckpfeiler sind das Doppelgebot der Liebe (Mt 22,37-39), die 10 Gebote (2Mo 20) und die Bergpredigt (Mt 5-6). Auch können die einzelnen Geschichten vorbildlichen Charakter haben, wobei Vorsicht geboten ist, denn die Übertragung und Gleichsetzung mit der aktuellen Situation ist oft schwierig. Insgesamt zeigt sich, dass die Bibel nur auf sehr wenige konkrete Situationen eingeht und wir von den biblischen Leitlinien ausgehend die Situation behandeln müssen. Daher kommt dem Heiligen Geist eine sehr wichtige Rolle zu. Er ist gegeben, um uns zu führen (Joh 16,13). Deshalb gilt es ihn zu fragen und Gott um konkrete Wegweisung zu bitten. Oftmals gibt der Heilige Geist uns dabei das entsprechende gute oder schlechte Gefühl, dass wir nicht genau erklären können (das sog. Bauchgefühl). Es kann auch ratsam sein einen weisen Menschen zu fragen, ob er für einen beten kann und vielleicht empfängt er dann eine Botschaft von Gott so wie die Propheten. Sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen, bedeutet nun nicht den Verstand abzuschalten. Gott hat uns den Verstand zur richtigen Einschätzung von Situationen gegeben (Spr 4,7) Bei vielen Entscheidungen liegt der Wille Gottes bei einer guten Analyse der Situation auf der Hand. Wenn wir diese drei Ausgangspole zusammen bedenken werden wir der Gefahr in ein Extrem zu verfallen vermeiden können (siehe Grafik).

Ausgangspol                                                  Extrem

Biblische Norm                                              Gesetzlichkeit

Situation                                                         Willkür

Geistesleitung/Gewissen                             reiner Subjektivismus

Advertisements

Wie sollte die Bibel ausgelegt werden?

Prediger brauchen auch Feedback, doch leider trauen sich viele Leute nicht dazu. Manchmal kommt es aber doch vor und dann fällt es meistens sehr positiv aus. Das einmal dem Prediger widersprochen oder eine kritische Frage gestellt wird kommt leider sehr selten vor. Letztens hörte ich jemand sagen: „Ich fand es ganz toll und wie sie ihre Aussagen mit so vielen Bibelstellen begründet haben. Das fand ich ganz toll und überzeugend!“ Einwurf: Machen das nicht alle Prediger? Kann man mit Bibelstellen nicht irgendwie alles belegen? Oder in einer anderen Situation kam folgende Reaktion: Sie können so gut reden und komplizierte Zusammenhänge einfach erklären. Ihnen glaub ich alles. Einwurf: Gute Rhetorik heißt noch lange nicht guter Inhalt. Kann es sein, dass wir uns zu sehr von der Persönlichkeit überzeugen lassen? Was dagegen tun? Ganz einfach: sich selbst bilden! Dazu kommt die nächste Vorlesung der PIONIERAKADEMIE genau richtig.

Die biblischen Texte sind in einer anderen Sprache geschrieben worden und zu einer anderen Zeit entstanden. Dadurch haben manche Worte eine andere Füllung, Metaphern eine uns fremde Bedeutung, und damalige Gepflogenheiten sind uns heute so nicht mehr bekannt. Bei der Exegese wird ein Textabschnitt auf seine ursprüngliche Bedeutung hin untersucht, um ihn dann angemessen in unser heutiges Verständnis einzubauen. Dabei werden Kontext, Grammatik, Semantik und Kultur berücksichtigt. Schon ein einfaches Beispiel zeigt, dass sich ein genauer Blick auf die biblischen Texte unumgänglich ist. In 1Timotheus 3,2 steht:„Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren (Luther).“ Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, sittsam, gastfrei, lehrfähig (Eberfelder).“ Nun meine Fragen: Was ist ein Bischof? Was ist ein Aufseher? – Ein Schwimmbadmeister? Oder ein Gefängniswärter? Was ist nüchtern? – Wenn man besonnen ist? Oder kein Alkohol trinkt? Oder kühl und rational ist? Was bedeutet: Mann einer Frau? – Polygam? Oder verheiratet? Oder vielleicht nicht geschieden? Die Antwort bekommen wir nur durch einen tieferen Blick in die Texte und ihren Zusammenhang.

Die Teilnehmer der Vorlesungen sollen  lernen …

  • wie sich die ursprüngliche Bedeutung von Bibelabschnitten möglichst genau erfassen lässt
  • wie eine gründliche Predigtvorbereitung aussieht, die dem biblischen Text möglichst gerecht wird
  • wie die Ergebnisse der Exegese für eine Predigt fruchtbar gemacht werden können.
  • wie sich aus Bibeltexten systematisch-theologische Ergebnisse ableiten lassen
  • eine systematische Herangehensweise für weitere Bibelauslegungen erwerben
  • einen eigenen Kommentar zu Bibelabschnitte zu formulieren
  • fremde Kommentare einzuordnen und zu beurteilen
  • Textarten und – gattungen und ihre Bedeutung erkennen
  • Mit Stilformen insbesondere Analogie und Typologie vertraut werden.

Ach ja, Dozent bin im übringen Ich. Anmelden kannst du dich hier.