Advent – auf Gottes Eingreifen warten

Gedanken zum Advent

Am 29. November beginnt dieses Jahr die Adventszeit. Im Advent geht es ums Warten. Wir warten auf Jesus. Wir warten auf sein Eingreifen. Damit beginnt der christliche Kalender. Er beginnt nicht mit der Geburt Jesu, sondern mit der Erwartung seiner Geburt. Er beginnt nicht mit einer grossen Feier, sondern mit Warten.

In unserer Gesellschaft sind wir nicht gut im Warten. Wir leben in einer Instant -Gesellschaft. Wir wollen und können Dinge immer schneller bekommen. Warten ist out. Warten gilt als verlorene Zeit. Und Zeit ist ein sehr kostbares Gut. Warten wird als verlorene Zeit gesehen, denn wir machen nichts. Und darauf sind wir nicht besonders stolz. Oder bist du stolz auf dich, weil du heute nichts getan hast? Ich höre in diesem Fall eher eine Entschuldigung. Wir wollen produktiv sein. Wir wollen was erleben und aktiv sein.

Warten ist oft mit Klagen verbunden. Wenn wir warten (müssen), dann beklagen wir uns. Wenn es zu lange an der Kasse geht, dann beschweren wir uns. Dann kommst du nach Hause und sagst in beklagendem Ton, dass es wieder so lange ging. Also ich habe noch nie jemand gehört, der gesagt hat, dass es einem so gut getan hat an der Kassen zu warten, weil es so schön stressfrei war. Endlich mal durchschnaufen und einfach rumstehen. Wie schön! Nein, warten macht uns eher unglücklich.

Dasselbe gilt auch für unser geistliches Leben. Wenn wir auf Gott warten dann meistens weil wir mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. Wir benötigen Gottes Reden oder Eingreifen. Deshalb wenden wir uns an ihn und erwarten sein Eingreifen. Wenn das auf sich warten lässt, dann stellen wir uns Fragen über Gott. Auf Gott warten ist mit Klagen verbunden. Oder wartest du gerade auf Gott, weil es dir so gut geht?

Ich kritisiere die Verbindung zwischen Warten und Klage überhaupt nicht. Sie ist natürlich. Wenn eine Situation schlimm oder schwierig ist, dann wenden wir uns natürlich an Gott. Wir klagen ihm unser Leid. Und wir warten auf sein Eingreifen. Dieses Warten fühlt sich oft nicht gut an. Es ist eine schwere Zeit. Doch im Warten passiert etwas. Gott offenbart sich gerade im Warten, doch dafür müssen wir innerlich zur Ruhe kommen und uns auf ihn ausrichten. Dann können wir erfahren, dass Gott sich im Warten zeigt und wir durch die Begegnung mit ihm verwandelt werden. Wenn wir in einer guten Weise warten, kann unsere Seele zur Ruhe kommen. Wenn unsere Seele zur Ruhe gekommen ist, können wir ein stärkeres Bewusstsein bekommen dafür was Gott gerade tut.

Gott ist übrigens immer am Wirken. Gott ist nie tatenlos. Er liebt konstant. Er hört nie auf zu lieben. Doch uns ist das nicht immer bewusst. Sorgen können unseren Blick auf den liebenden Gott verstellen. Wenn wir voll sind von Angst, Ärger, Unsicherheit und Ungeduld sind wir wie blind für das Wirken Gottes im hier und jetzt.

Im Advent geht es ums Warten. Wir warten auf Jesus. Warten ist eine wichtige geistliche Disziplin. Ich wünsche euch viele gute, reinigende Erfahrungen damit.

Aufgefahren, nicht abgefahren – Über die Bedeutung von Christi Himmelfahrt

Die Himmelfahrt Jesu bzw. Christ Himmelfahrt ist wahrscheinlich der am meisten übersehene Tag im christlichen Kalender. Er ist bei uns sogar noch ein Feiertag, doch schon längst in der Bedeutung zum Vatertag umgewandelt. In der westlichen Welt sind Weihnachten und Ostern sehr präsent, wenn auch stark kommerzialisiert. Karfreitag und Pfingsten sind noch bedeutende christliche Festtage, die auch in den christlichen Gemeinden gefeiert werden. Doch Christi Himmelfahrt ist fast ganz verlorenen gegangen. Warum? – vielleicht weil wir die Bedeutung von der Himmelfahrt Jesu verloren haben. Das ist bitter, denn ohne die Himmelfahrt Jesu sind das Evangelium und die Geschichte von Jesus unvollständig. Die Geschichte von Jesus ist: Inkarnation, Verkündigung und Errichtung des Reiches Gottes, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt. Wenn wir also die Himmelfahrt weglassen, übersehen wir das Ende. Die Geschichte von Jesus endet eben nicht mit der Auferstehung, sondern geht weiter mit der Himmelfahrt. Ohne die Himmelfahrt ist die Auferstehung unvollständig. Es würde den Sieg über den Tod demonstrieren, ohne die Erhöhung von Jesus zu implizieren. Das Ereignis der Himmelfahrt hat daher eine zentrale theologische Bedeutung.

Christ Himmelfahrt kommt 40 Tage nach Ostern. Das Kirchenjahr ist eingeführt worden um die Geschichte des Evangeliums von Advent bis Pfingsten zu erzählen. Dass Christi Himmelfahrt weitestgehend übersehen wird hängt vielleicht an dem Ereignis an sich. Es war ein komischer, abgefahrener Vorgang durch den Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel geholt wurde. Plötzlich war Jesus weg und liess verdutzte Jünger zurück! Dort im Himmel hält er ich mit Gott sich auf bis er denn wiederkommt.

Doch Christ Himmelfahrt handelt nicht vor der Abwesenheit Jesu, sondern von der Herrschaft Jesu. Die Aufnahme Jesu in den Himmel, wo er zur Rechten Gottes Platz genommen hat, ist sein Aufstieg, seine Beförderung, seine Wahl in eine Position, die ihm alle Autorität über den Himmel und die Erde gibt. Der Platz zur Rechten Gottes ist ein poetisches Bild mit dem ausgesagt wird, dass Gott jetzt Jesus alle Autorität im Himmel und auf Erden gegeben hat. Die Himmelfahrt führt nicht zur Abwesenheit Gottes, sondern zu seiner globalen, kosmischen Präsenz. Deshalb sagt der auferstandene Christus zu seinen Jüngern: Ich bin bei euch bis an die Enden der Erde (Mt 28,20). Es gibt keinen Ort auf der Erde an dem Jesus nicht ist und es gibt keine Macht, über die er nicht Herr ist.

Das bedeutet im Kern die Himmelfahrt Jesu. Doch das ist nicht das Verständnis viele Christen. Und das hat einen Einfluss auf ihre Theologie. Wenn wir nämlich die Geschichte Jesu schliessen indem wir sagen: und Jesus ging in den Himmel (deshalb ist er nicht mehr hier auf der Erde), aber irgendwann wird er wieder zurückkommen und dann seine Herrschaft aufrichten … dann spüren wir eine grössere Freiheit die Welt zu gestalten nach unseren Vorstellungen, weil Jesus abwesend ist. Diese Sicht degradiert Jesus vom ewigen Herrn der Welt, der zur Rechten Gottes sitzt und dem alle Macht und Autorität gegeben wurde, zu einem gekrönten Herrscher im Exil. Wir sehen Jesus dann nicht als einen der aktuell regiert und der seine Herrschaft angetreten ist und wir diese repräsentieren. Wir brauchen dann andere Herrscher. Doch die Himmelfahrt bedeutet nicht die Abwesenheit Gottes, sondern die Erhöhung! Jesus ist Herr. Jetzt. Nicht Jesus, der gerne Herr wäre. Nicht Jesus, der irgendwann Herr sein wird, sondern König Jesus und Herr der Herren jetzt und hier!

Die Könige dieser Welt bzw. die Regierungen dieser Erde sollten Jesus und seine Gebote nicht einfach ignorieren. Die Regierungen dieser Erde sollten sich vielmehr unter die Herrschaft Jesu stellen. Die Rolle der Kirche ist es ein prophetisches Zeugnis der Herrschaft Jesu zu sein, der mit Liebe, Frieden, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit regiert. Die Kirche fordert die Könige der Welt auf gemäss der Wege und Gesetze Jesu zu regieren. Sie sollen die Armen und Schwachen schützen. Die Kirche darf sich nicht von den Regierungen missbrauchen lassen oder sich ihnen unterwerfen, damit sie im Gegenzug etwas von ihnen bekommt. Nein, sie bezeugen Jesus Christus als Herrn der Herren. Damit sie das kann, muss sie zuerst der Überzeugung sein, dass Jesus der Herr der Welt ist im hier und jetzt. Davon gingen die ersten Christen aus. Sie lassen Psalm 2,10-12 als Bild für Jesus:

Darum nehmt Vernunft an, ihr Könige;

lasst euch warnen, ihr Mächtigen der Erde!

Unterwerft euch dem Herrn,

zittert vor ihm und jubelt ihm zu!

Huldigt seinem Sohn!

Sonst wird er unwillig

und es ist um euch geschehen;

denn sein Zorn ist schnell entflammt.

Wohl allen, die bei ihm Schutz suchen! 

Und im apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir:

aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes,des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Wenn wir davon sprechen, dass Jesus wiederkommen wird, dann sollten wir nicht denken, dass Jesus seinen Aufenthaltsort wechselt, sondern dass er erscheint. Wenn Jesus wiederkommt (griech. Parousia), wird der Vorhang gelüftet und was schon immer Realität war, wird offenbart werden. Es ist der Zeitpunkt des Gerichtes; der Zeitpunkt, wenn offenbart wird wie wir unter der Herrschaft Jesu gelebt haben. Die Wiederkunft Jesu ist nicht der Beginn der Herrschaft Gottes, sondern der Zeitpunkt des Gerichts. Es wird beurteilt wie treu wir dem König Jesus gedient und gehorcht haben.

Aschermittwoch

Heute ist Aschermittwoch. Mit Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, die uns direkt zu Ostern führt. Die Fastenzeit ist eine Gelegenheit die Reise von Jesus in den Tod nachzuempfinden. Es ist eine Zeit in der wir unser Leben an der Geschichte von Jesus ausrichten können. Die Bezeichnung für Aschermittwoch kommt von einen Brauch, an diesem Tag im Gottesdienst den Gläubigen aus Asche ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. Was soll diese alte, christliche Glaubenspraxis?

Die Asche ist ein Bild für zwei Sachen: Busse (Umkehr) und Vergänglichkeit. Das sind die beiden thematischen Aspekte von Aschermittwoch.

Vergänglichkeit

Wir als Menschen sind vergänglich. Wir wurden aus Staub und Asche gemacht und werden wieder zu Staub und Asche.

Zum Menschen sagt Gott: Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Ja, Staub bist du, und zu Staub musst du wieder werden!« (1Mose 3,19)

Abraham sagte zu Gott: “Ich habe es gewagt, dir dreinzureden, Herr, obwohl ich Staub und Asche bin.“ (1Mose 18,27)

Busse

Busse heisst Umkehr (griechisch μετάνοια metánoia, wörtlich etwa „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“). Die Bibel spricht an mehreren Stellen davon Busse zu tun in „Sack und Asche“. In der deutschen Sprache gibt es diese Formulierung als Redewendung. Anstatt jemand anderen die Schuld zu geben oder andere Ausreden zu finden, soll lieber über die eigene Unzulänglichkeit getrauet werden. Gerne wird diese Redewendung im Sport gebraucht. Anstatt schimpfend den Platz zu verlassen und die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, soll die Mannschaft eher um die erneute Niederlage trauern müssen.

Jesus spricht davon in Sack und Asche Busse zu tun: „Dann begann Jesus mit harten Worten über die Orte zu sprechen, in denen er die meisten Wunder getan hatte und die Menschen hatten sich doch nicht geändert: »Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, die Leute dort hätten schon längst den Sack umgebunden, sich Asche auf den Kopf gestreut und ihr Leben geändert.“ (Mt 11,20-21)

Hiob sagte: „Ich schäme mich für alles, was ich sagte; in Staub und Asche nehm ich es zurück.“ (Hiob 42,6)

Der König von Ninive reagiert auf die Botschaft von Jona: „Jonas Botschaft war nämlich dem König von Ninive gemeldet worden. Der stieg von seinem Thron, legte den Königsmantel ab, zog den Sack an und setzte sich in die Asche.“ (Jona 3,6)

Angesichts der Vergänglichkeit des Lebens Busse tun

Eine trauernde und bussfertige Person zog sich zum Zeichen ihrer inneren Gefühlslage einen Sack über und streute Asche über seinen Kopf und lief damit öffentlich herum. Wir machen so etwas heutzutage nicht mehr. Warum eigentlich?

Die Asche der bussferigen Person erinnert uns an die menschliche Vergänglichkeit. Vieles ist unsicher im Leben – was aber fest steht ist, dass wir sterben werden. Ein unbehaglicher Gedanke vor dem wir uns gerne drücken. Doch wir sollten uns dessen eher vergewissern. Die Bibel nennt das Klugheit. Der Psalmist sagt: „Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12) Er bittet Gott mit diesen Worten ihn das Bedenken seines Todes zu lehren. Es wird deutlich, dass wir das lernen müssen. Aschermittwoch will eine Lernhilfe dafür sein. Es ist ein Tag an dem wir uns an unsere Vergänglichkeit erinnern und fragen: Wie will ich leben im Angesicht meiner Vergänglichkeit? Was zählt? Wie will Gott, dass ich lebe? Und wo muss ich Busse tun, weil mein Lebensstil und meine Lebensausrichtung nicht Gottes Willen entsprechen? Dazu will uns Aschermittwoch führen. Das Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit führt in die Busse (Umkehr) vor Gott.

Das Kreuz aus Asche

Um das auszudrücken hat sich die Tradition des Aschenkreuzes entwickelt. Das Aschenkreuz wird entweder in Form eines Kreuzes auf das Haupt gestreut oder auf die Stirn gezeichnet. Mit dem Empfang des Aschenkreuzes soll der Mensch an seine Vergänglichkeit erinnert und zur Umkehr aufgerufen werden. Indem das Aschenkreuz empfangen wird identifiziert sich der Gläubige mit dem Kreuz Jesu. Er musste ebenfalls sterben und tat das für uns. Und er bezeugt sich nicht für die klugmachende Botschaft Jesu zu schämen. Er will ihm folgen bis in den Tod. Das wird nicht sein Ende sein, denn Jesus wird ihm das ewige Leben schenken und er wird wie Jesus von den Toten auferstehen.

Leben mit dem Kirchenjahr

Meine Zeiteinteilung

Wie soll ich meine Zeit einteilen? Welche Prioritäten setze ich? Was bekommt wie viel Gewicht? Diese Fragen kommen mir während ich über meinem Terminkalender für das nächste Jahr sitze. Es ist Zeit für die Jahresplanung.

Wenn wir ehrlich sind, dann ist unser Leben stark von den jährlichen Urlaubszeiten geprägt. Im Winter geht es in die Sportferien. Im Sommer machen wir eine kurze Sommerpause. Im Herbst geht es zwei Wochen in den Süden. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist Zeit die Familie zu besuchen. Dazwischen verdienen wir u. a. das Geld, um uns eben diesen jährlichen Rhythmus zu finanzieren. Und wir feiern Feste z. B. am 1. August die Schweiz mit Fondue, einem Glas Wein und Feuerwerk. Bei mir kommen noch sportliche Grosveranstaltungen hinzu, die ihren festen Platz bekommen. Dies gibt einen kleinen Einblick wem ich Bedeutung schenke.

Jeder Mensch gibt der Zeit Bedeutung und erzählt damit eine Geschichte. Welche Geschichte der Mensch letztlich erzählt definiert ihn und erklärt wer er ist. Wenn du am Abend des 1. August ein grosses Feuerwerk erwartet bist du wohl ein Schweizer. Wenn du am 3. Oktober frei hast lebst du in Deutschland. Wenn du am 11.11 eine Minute schweigst befindest du dich in England usw. Die Bedeutung der Zeit zeigt sich auch am Jahreskalender.

Der Jahreskalender schafft Kultur

Der griechische Kalender erzählt die Geschichte der Griechen.

Der römische Kalender erzählt die Geschichte der Römer.

Der jüdische Kalender erzählt die Geschichte der Juden.

Der islamische Kalender erzählt die Geschichte der Moslems.

Der christliche Kalender erzählt die Geschichte von Jesus.

Der säkulare Kalender erzählt dagegen, dass es keine verbindliche Geschichte gibt – ausser etwas Politik und viel Kommerz (oder anders herum).

Welcher Kalender prägt dich?

Vor 2000 Jahren hatte die Kirche die Weisheit die Zeit mit der Geschichte von Jesus zu verbinden. Das Kirchenjahr wurde kreiert. Der Advent wartet auf die Wiederkunft Jesu. Weihnachten feiert die Geburt Jesu. Epiphanias betont die Erscheinung Gottes im Leben und Wirken Jesu offenbart wurde. Die Passionszeit erinnert uns an den Weg Jesu ans Kreuz. Ostern ist die Feier seiner Auferstehung. Pfingsten markiert die Erfüllung mit den Heiligen Geist und die Geburt der Kirche. Und schliesslich die gewöhnliche Zeit, die uns durch den Rest des Jahres bis in den Advent begleitet.

Welcher Kalender prägt dich? Ich will mich dem säkularen Blick auf das Jahr nicht ganz hingeben. Zumindest etwas Widerstand leisten würde mir und uns gut tun. Ich will, dass mein Leben – meine Zeit – durch die Geschichte von Jesus geformt wird und nicht durch die Säkularisierung. Um gegen den Strom unserer Zeit zu schwimmen müssen wir zur kirchlichen Tradition des Kirchenjahrs zurückkehren. Für mich ist er zu einer Art Rebellion gegen die Kultur unserer Zeit geworden. Wer rebelliert mit?

«Ich bin ein introvertierter Pfarrer»

Sind Sie ein ruhiger, nach innen gekehrter Typ? Dies ist Ihre Chance!

Kennen Sie das Gefühl, dass Ihre Persönlichkeit Ihnen in bestimmten Situationen im Weg steht? In bestimmten Momenten hätten Sie s einfacher, wenn Sie nur anders «gestrickt» wären. Ich kenne solche Gedanken. Ich bin introvertiert. Für die Arbeit als Pfarrer ist das nicht immer hilfreich – so zumindest fühlte sich das für mich lange an.

Nach innen gewandt
Der Introvertiertheit steht die Extrovertiertheit gegenüber. Introvertiert bedeutet wörtlich «nach innen gewandt», während extrovertiert «nach aussen gewandt» meint. Der Unterschied zwischen beiden Persönlichkeitsmerkmalen liegt im Kopf. Während der Introvertierte sein Leben überwiegend innerlich bewältigt, trägt der Extrovertierte sein Herz auf der Zunge. Er lässt das Umfeld an seinem Innenleben teilhaben, wogegen der Introvertierte für sich im Vorborgenen nachdenkt. Daher werden Extrovertierte als gesellig, offen und abenteuerlustig wahrgenommen, Introvertierte als ruhig, in sich gekehrt und etwas geheimnisvoll – und deshalb auch schwerer einzuordnen.

Abtauchen
Frei auf Leute zugehen, sie mit seiner offenen Art begeistern und mitziehen – das ist es doch,  was es als Pfarrer braucht? Bestimmt viel mehr als den stillen, tiefsinnigen und scheinbar unbeteiligten Denker?

Debora Sommer vergleicht in ihrem Buch «Die leisen Weltveränderer» Introvertierte mit einem U-Boot. Sie tauchen gerne ab und fühlen sich in der Einsamkeit der Meerestiefe wohl. Extrovertierte können mit einem Schiff verglichen werden. Ihr Leben findet gut sichtbar auf der Wasseroberfläche statt. Dort haben sie den Überblick und können mit anderen Schiffen Kontakt aufnehmen.

Kloster statt Konferenz

Ich gleiche einem solchen U-Boot. Ich brauche den Rückzug. In einer Gruppe bin ich unbeteiligt. Ich kann mir sehr, sehr viele Gedanken machen, bin zögerlich, selbstkritisch, zweifelnd, überfordert unter Druck. Ich lasse mir Zeit mit Entscheidungen. Hadernd bewege ich mich hin und her, um langsam vorwärts zu gehen. Ich werde leicht übersehen – weil ich nicht laut genug bin. Ich gehe nicht gerne auf Konferenzen – viel lieber bin ich im Kloster. Nach einer Konferenz habe ich kein Tief, sondern ein Hoch, denn ich bin endlich wieder für mich. Bestimmte offensive Formen von Evangelisation lösen in mir eine Defensivhaltung aus. So bin ich – und daher schreibe ich den Artikel, wie ich ihn schreibe: auf introvertierte Art.

Kreativer Querdenker

Doch zeichnet mich meine Art aus. Ich bin ein tiefgründiger Mensch. Wenn ich etwas sage, hat es Substanz. Ich gebe mich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden. Ich bin ein aufmerksamer Beobachter. Ich habe eine aussergewöhnliche Vorstellungskraft, die mir hilft, kreativ und quer zu denken. Ich bin behutsam, sensibel und beharrlich. Ich kann den Ruhetag ruhig begehen. Ich trage die grosse Sehnsucht nach Tiefe in der Gottesbeziehung in mir. Ich bin belesen und bilde mich fort. Ich kann Marathon. Wenn ich so darüber nachdenke, muss ich erkennen: Introversion ist keine Unzulänglichkeit. Es ist auch kein Mangel, sondern –bei gesundem Umgang – meine Stärke, auch und gerade als Pfarrer.

Als Pfarrer habe ich eine Rolle auszufüllen mit sehr viel sozialer Interaktion. Teils herausfordernd und gleichzeitig fordert es mich auf gute Weise heraus, mich zu zeigen und sichtbar zu werden. Und dann bekomme ich erstaunte Kommentare: «Was, du bist richtig leidenschaftlich, wenn du predigst! Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.» Daher, liebe Menschheit: «Unterschätzt mich nicht. Ich bin ein Weltveränderer – ein leiser Weltveränderer!»

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 10/2019 von Wort+Wärch abgedruckt.

Warum «ticken» Menschen so verschieden?

Die Basismentalitäten prämodern, modern, postmodern haben ihre Bedeutung für die Gemeindearbeit.

Vor kurzem Vater geworden, mache ich mir Gedanken, in welche Welt hinein unser Kind geboren ist. Unweigerlich vergleiche ich sie mit der Welt meiner Geburt und der meiner Eltern und Grosseltern. Rasante Veränderungen! Die Welt ist ein Dorf geworden, stark vernetzt und hochtechnologisiert. Wir leben in einer Multioptionsgesellschaft. Das prägt unser Denken. Aber nicht alle kommen gleich mit und wollen mit der Zeit denken.

Heinzpeter Hempelmann beschreibt in seinem gleichnamigen Buch drei in unserer Gesellschaft vorkommende Basismentalitäten: prämodern, modern und postmodern. Die Begriffe sind weder wertend noch klar abgrenzend. Sie sollen helfen, den Anderen besser zu verstehen, uns quasi einen «Reim» auf ihn zu machen.

Drei Blickrichtungen

  • Die prämoderne Mentalität ist vor allem traditionsbewusst. Das Frühere ist das Ursprüngliche und damit das Unverfälschte, Richtige und Gute. Der Blick ist in die Vergangenheit gerichtet mit einem Hang zum Absoluten.
  • Die moderne Mentalität ist die Haltung der kritischen Rationalität. Die gegenwärtigen Verhältnisse werden logisch analysiert, um sie zu verbessern.
  • Die postmoderne Mentalität ist bunt, vielfältig und pluralistisch. Jeder darf und soll auf seine Weise glücklich werden, ohne jemandem zu schaden. Um das zu erreichen, denkt er konsequent relativistisch und gibt verbindliche Sicherheiten auf.

Wenden wir die drei Mentalitäten auf das Verständnis von Kirche und Gemeinde an. Für den prämodern denkenden Menschen ist Kirche Heimat und gibt Sicherheit. In ihr wird die unveränderliche Wahrheit bewahrt und nicht dem Zeitgeist unterworfen. Der liturgische Gottesdienst hat sich bewährt und soll bleiben. Es muss darin nicht alles verstanden werden, denn der heilige Gott soll ein Geheimnis bleiben. Viel wichtiger ist, dass die unveränderbare Herrlichkeit Gottes würdevoll gefeiert wird. Dafür zu sorgen hat die Pfarrperson, der Vertrauen zu schenken ist.

Mit der Zeit gehen

Für den modern denkenden Menschen ist Kirche dagegen ein Ort, für den er sich bewusst entschieden hat. Von ihr erwartet er einen ansprechenden, frischen Gottesdienst, die Möglichkeit von interessenabhängiger Mitarbeit und gesellschaftliches Engagement. Dabei muss Kirche «mit der Zeit gehen» und neue Elemente und Formate in das Bewährte einbauen. Die Pfarrperson ist Impulsgeber und steht auf derselben Ebene wie die Gemeindemitglieder.

Beständig ist der Wandel

Für den postmodern denkenden Menschen ist das einzig Beständige der Wandel. Wechselnde Orte, an denen er sich wohlfühlt, sind ihm Kirche. Das kann gerne eine alte Kathedrale sein, aber auch ein Wohnzimmer oder eine Kneipe. Kirche ist für ihn Kirche, wenn sie sich seiner Lebenslage anpasst. Gottesdienst ist dann spannend, wenn er darin vorkommt, einbezogen wird und der Ablauf Optionen bietet. Postmoderne wollen nicht einfach eine halbe Stunde einer Pfarrperson zuhören, sondern sehen ihn als Moderator, der den Dialog leitet und sinnlich erlebbare Handlungen durchführt.

Wie gehen wir nun mit diesen Unterschieden um? Wir sollten anerkennen, dass keine dieser drei Mentalitäten die allein wahre ist. Sie transportieren alle etwas vom Evangelium. Sie sind alle begrenzt, aber begrenzt berechtigt. Daher sollten wir andere Mentalitäten nicht ausgrenzen, sondern versuchen, von ihnen zu lernen. Sie können uns einen neuen Zugang zu Kirche schenken und den eigenen Horizont erweitern.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 6/2019 von Wort+Wärch abgedruckt.

Gottesdienst in der Antike

„Jesus Christus ist der Herr!“ Wie feierten die ersten Menschen, die dies bekannten, miteinander Gottesdienst?

Um diese Frage zu beantworten, werden zuerst ein paar grundsätzliche Aspekte erwähnt und danach die Elemente des Gottesdienstes beschrieben. Vieles wissen wir nicht. Zur Beantwortung der Frage helfen Schriften von Kirchenvätern wie Justin und Tertullian.

  • Die Teilnahme an den Gottesdiensten der frühen Kirche (1. bis 3. Jahrhundert) war nur den Getauften gestattet. Ausnahmen waren die Kinder der Getauften und in Einzelfällen auch Teilnehmende der Glaubensgrundkurse, die als Taufvorbereitung dienten. In ihnen wurden den Taufanwärtern die Grundlagen des christlichen Glaubens gelehrt und die grundlegende ethische Praxis eingeübt. Die Gottesdienste waren damit Insider- Während bei uns ein Begrüssungsteam die Gottesdienstbesucher willkommen heisst, stellte die frühe Kirche Türsteher an. Das war auch eine Konsequenz aus der Verfolgungssituation.
  • Öffentliche Versammlungen verschwanden in der nachapostolischen Zeit ganz. Die Gemeinde traf sich in privaten Unterkünften, die möglichst geheim gehalten wurden.
  • Die wöchentlichen Gottesdienste fanden erst am Samstagabend statt. Ab dem zweiten Jahrhundert trafen sich die Christen vermehrt am Sonntagmorgen vor dem Sonnenaufgang. Da der Sonntag kein freier Arbeitstag war, bestand ein gewisser Zeitdruck. Dadurch bekamen die Gottesdienste eine striktere Struktur und waren weniger gemeinschaftlich.

Folgende Elemente gehörten für die Kirche im Römerreich zu einem Gottesdienst:

Predigt: Der Schriftlesung folgte eine Auslegung des Bibelwortes mit praktischer Anwendung für den Alltag. Die Versammlung konnte den Predigenden Fragen stellen; so kam es zu einem Dialog. Ziel der Predigten war weniger die theoretische Erkenntnis, als dass die Worte das tägliche Leben formten. Die biblischen Anweisungen sollten imitiert und so das Leben der Gläubigen verändert werden. Dies wird aus den wenigen Predigten der Kirchenväter deutlich, die uns aus jener Zeit überliefert sind. Wenn Origenes als Massstab genommen wird, könnte eine Auslegung zwischen sechs und fünfzehn Minuten gedauert haben.

Gemeinsames Gebet: Die Versammelten erhoben sich nach der Predigt für eine gemeinsame Gebetszeit. In Gruppen oder einzeln brachten sie mit kräftiger Stimme Gebetsanliegen vor Gott. Gebete wurden spontan gesprochen und auch vorformulierte Gebete genutzt, wie das Unser Vater und Bekenntnisse. Gebet trug zur Einheit der Versammlung bei. Ob arm oder reich, alle beteten beieinanderstehend zu Gott und erflehten sein rettendes Eingreifen. Gebet diente dazu, die Gläubigen zu formen, damit sie mutig ihren Glauben leben konnten. Um gemeinsam beten zu können, sollten die Gläubigen miteinander versöhnt sein. Dazu diente der Bruderkuss.

Bruderkuss: Er schloss die Gebetszeit ab und leitete zum Abendmahl über. Der Kuss wurde aus der Umwelt des römischen Reiches übernommen, in der er ein Zeichen der Status- und Klassengesellschaft war, und man gab ihm eine neue Bedeutung. Er stand für Einheit, Versöhnung und Frieden und war damit ein Zeichen der gegenseitigen gleichwertigen Identifikation und Annahme.

Abendmahl: Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde das Abendmahl gefeiert. Die Einsetzung geschah spontan und improvisiert durch den Leitenden, während die Versammlung auf die gestellten Fragen enthusiastisch mit Amen antwortete. Die Diakone verteilten gleichmässige Portionen auf alle Anwesenden und brachten anschliessend den Abwesenden ihren Anteil nach Hause.

Mit der Anerkennung des Christentums durch Kaiser Konstantin begann eine andere Zeit.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 5/2019 von Wort+Wärch abgedruckt.

Karfreitag

Jesus wird gekreuzigt (Lk 23,33-38)

Als sie zu der Stelle kamen, die »Schädel« genannt wird, nagelten die Soldaten Jesus ans Kreuz und mit ihm die beiden Verbrecher, den einen links von Jesus, den anderen rechts. Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun.« Dann losten die Soldaten untereinander seine Kleider aus. Das Volk stand dabei und sah bei der Hinrichtung zu. Die Ratsmitglieder verhöhnten Jesus: »Anderen hat er geholfen; jetzt soll er sich selbst helfen, wenn er wirklich der ist, den Gott uns zum Retter bestimmt hat!« Auch die Soldaten machten sich lustig über ihn. Sie gingen zu ihm hin, reichten ihm Essig und sagten: »Hilf dir selbst, wenn du wirklich der König der Juden bist!« Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht: »Dies ist der König der Juden.«

„Vater, vergib ihnen! Sie wissen nicht, was sie tun.“ – ein Satz, der mich immer wieder neu zu Tränen rührt. Das ist kein Satz wie viele andere. Das ist auch kein besonders toller Satz. Das ist der Satz. Kein schönerer, menschenfreundlicher, heiliger, berührender, beachtenswerter, tiefgehender, alles verändernder Satz kam je über die Lippen eines Menschen. Erstaunlicherweise sind am Kreuz die grössten Worte gesprochen worden. Sie bringen das Wesen Gottes auf den Punkt. Das ist wie ich Gott verstehe. Gott ist wie Jesus. Gott war schon immer wie Jesus. Jesus erfleht um Gnade für seine Peiniger. Er weiss, dass sie nicht wissen was sie tun. Sie sind sich nicht bewusst, dass sie den Schöpfer des Himmels und der Erde ans Kreuz nageln. Hier sehen wir die praktische Anwendung von dem was Jesus seine Jünger lehrte, wenn er sagte: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; / segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen (Lk 6,27-28). Wir sehen hier, dass Jesus nicht nur leere Sprüche gemacht hatte, sondern dass er sich selbst an das hält, was er lehrte. Die Feindesliebe ist die grösste Liebe und der grösste Auftrag an uns. Sind wir selber bereit diese Feindesliebe zu praktizieren oder gehören wir zu denen, die sie lediglich propagieren?

Familiengottesdienst

IMG-20180527-WA0007

Familien sind ein Schwerpunkt unserer Ausrichtung als EGW Steffisburg. Wir dürfen eine wachsende Schar von Kindern in unserer Gemeinde begrüssen. Aktuell sind sogar sieben Frauen schwanger was für unsere Grösse aussergewöhnlich viel ist. Es ist unser Anliegen diesen Kindern einen Ort zu bieten an dem sie schon früh auf kindliche Art von Jesus erfahren und viele positive Erlebnisse mit Kirche machen. Vor ein paar Jahren ist daher schon entschieden worden einen Sonntagsgottesdienst in einen Familiengottesdienst umzuwandeln. Mit meiner Anstellung Mitte 2015 bekam ich die Verantwortung für den Familiengottesdienst übertragen. Mit Freude habe ich mich an diese Arbeit gemacht. Ein gutes Fundament war bereits gelegt. Ich konnte darauf aufbauen und es weiterentwickeln. Die Kinder sollten über den gesamten Gottesdienst im Saal bleiben. Doch wie gelingt es sie über 1 Stunden bei der Stange zu halten? Die Erwachsenen sollten aber auch etwas aus dem Gottesdienst mitnehmen und nicht der Eindruck eines reinen Kindergottesdienstes entstehen. Doch wie kann ich Kinder- und Erwachsenenelemente auf eine erfrischende Art mixen?

Meine Antwort heisst: Rhythmisierung. Und wie sieht nun der Rhythmus unseres Familiengottesdienstes aus? Es ist ein bunter Mix aus Kinderanbetung, Theater, Spiele, biblischer Geschichte, Erwachsenenlobpreis und einem Gedanken für den Alltag. Und wie sieht das nun konkret? Am besten ich gehe dazu mal die einzelnen Elemente durch:

Kinderanbetung: Jedes Mal gibt es zwei bis drei kurze Blöcke aus drei Kinderliedern mit Bewegungen.

Theater: Jedes Mal gibt es ein paar Theaterszenen. Neben mir als Moderator kommt dabei immer unser Rabe Röbi angeflogen. Er ist eine freche, aber liebenswertige Handpuppe mit vielen klugen und ungeschickten Bemerkungen. Und dann treten noch unsere zwei Hühner Chi und Ken (und wer versteht den Wortwitz mit den Namen?) auf. Gespielt werden sie von zwei unserer Teenies, die verkleidet im Hühnerkostüm die Kinder in ihren Bann ziehen.

DSC_1673_3

Biblische Geschichte: Sie bildet den Leitfaden des Gottesdienstes. Anfang des Jahres haben wir z. B. über vier Gottesdienste die Geschichte von Noah durchgenommen. Die Theaterfiguren werden eingebaut und die alte Geschichte lebensnah dargestellt und eine Verbindung zu ihrem Leben gezogen.

Spiele: Zum Thema passende Spiele werden eingebaut bei denen Kinder und Erwachsene teilnehmen können. Auch passende Experimente wurden schon vorgeführt.

Input: Aus der biblischen Geschichte heraus wird in einem kurzen Input den Erwachsenen ein Gedanken für den Alltag mitgegeben. Die Kinder dürfen parallel dazu Comics lesen oder Bilder (aus)-malen.

IMG-20180128-WA0000

Erwachsenenlobpreis: Jedes Mal gibt es noch drei Nicht-Kinderlieder.

Und was erleben wir mit dem Familiengottesdienst? Für mich ist er bisher eine Art Erfolgsgeschichte. Ich bin begeistert, dass die meisten Erwachsenen und auch zahlreiche Senioren mitziehen. Mittlerweile ist er der best-besuchteste unserer Gottesdienste. Und unsere Leute laden ihre Freunde ein ohne dass ich sie dazu ermutigt hätte – sie tun es einfach! Das finde ich einen starken Indikator. Dadurch kommen immer wieder neue Familien mit ihren Kindern dazu – auch Familien die eher kirchenfern sind. Dadurch profitieren auch unsere anderen Gefässe wie Jungschi oder die Spielgruppe.

Letzten kam eine Mutter nach dem Gottesdienst zu mir: „Also das ist jetzt mal wirklich ein Familiengottesdienst für Kinder und nicht einer der es sein will!“ Und auch von den Erwachsenen kommt ermutigendes Feedback: „Ich bin immer wieder überrascht, dass ich etwas aus dem Gottesdienst mit nach Hause nehmen kann.“