Nach dem heftigen Wutausbruch seines Sohnes sind wir gespannt auf die Reaktion des Vaters. Wie wird er reagieren? Wie wird er mit seinem Sohn umgehen? Zu den vorherigen Teilen der Serie geht es hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7 und Teil 8.

31 Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein.  32 Aber man mußte doch jetzt fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden und verloren und ist gefunden worden.

Die Antwort des Vaters auf die Vorwürfe und die innere Haltung seines Sohnes überraschen wieder. Normalerweise hätte ein Patriarch seinen Sohn angeschrien und sich später der Sache angenommen. Ganz anders der Vater. Er übersieht den fehlenden Respekt, den Vorwurf, die Bitterkeit und den Hass seines ältesten Sohnes und verurteilt ihn nicht. Stattdessen spricht er ihn liebevoll an. „Mein Sohn“ oder „Kind“ ist eine herzliche Anrede. Sie unterscheidet sich von allen anderen Anreden in der Geschichte. Der Vater gebraucht nicht das eigentliche Wort für Sohn, sondern benutzt eine besonders liebevolle, herzliche Anrede. Diese Anrede benutzt der Vater nicht mal als der jüngere Sohn zurück kommt.

In seiner Antwort versucht der Vater sich zu erklären und seine Freude zu verteidigen. Zudem erinnert er den älteren Sohn an die Verloreneheit seines Bruders.

Der Vater muss sich erklären. Er muss seine Freude verständlich machen. Wie traurig und unnatürlich! Weder der Hirte aus der ersten Geschichte noch die Frau aus der zweiten Geschichte müssen das tun. Ihre Freude konnten alle nachvollziehen. Doch in diesem Fall muss der Vater seinem Sohn (den Pharisäern) seine Freude vermitteln, die doch völlig verständlich ist.

Die Geschichte hat ein offenes Ende. Wir erfahren nicht wie der älteste Sohn auf die Antwort des Vaters reagiert. Die drei Geschichten enden mit dieser Szene.

Die Antwort steht aus. Jesus lässt sie bewusst offen. Er verkörpert die Person des Vaters. Die Pharisäer nehmen die Rolle des ältesten Sohnes ein, während der jüngere Sohn für die Sünder steht. Die Ausgangsbeschuldigung der Pharisäer und Schriftgelehrten an Jesus war, dass er die Sünder aufnimmt und mit ihnen isst (1). Und nun antwortet Jesus ihnen: „Das ist meine Erklärung. Diese eure Brüder waren tot und sind wieder lebendig geworden und verloren und sind gefunden worden.“ Und schließt indirekt die Frage an: „Was werdet ihr jetzt mit mir machen?“ Jeder Zuhörer (und jeder Leser) wird von ihm aufgefordert, diese Frage selbst zu beantworten.

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