Verbindungen

„Fleming wurde als Sohn armer Bauern in Schottland geboren. Eines Tages, es war Winter, ging er zum See am Dorfrand, der mit einer zarten Eisschicht bedeckt war, und sah dort eine Gruppe aufgeregter Kinder. Die Kinder hatten die Widerstandsfähigkeit des Eises mit Stöcken getestet, und weil sie dabei mit der Zeit die Vorsicht vergessen hatten, war eines von ihnen in den See gefallen. Es drohte zu ertrinken. Fleming überlegte nicht. Er sprang ins eisige Wasser und zog das Kind an Land.

Überwältigt vor Freude und Glück sagten die Eltern des Geretteten zu Fleming: „Wir möchten dich für deinen edlen Mut entschädigen.“ Doch Fleming erwiderte: „Ich will kein Geld, denn finanzieller Gewinn was nicht der Grund, aus dem ich ihren Sohn gerettet habe.“ Dann bat der Vater Fleming, die Schuld auf andere Weise zurückzahlen zu dürfen: „Wir werden dich zur Universität nach London schicken und für deinen Unterhalt aufkommen.“ So kam es.

An der London Medical School stieß Fleming bei seinen Forschungen auf das Penizillin. Mit der Familie des geretteten Jungen blieb er in engem Kontakt, auch als dieser groß wurde und nach Afrika ging. Von dort erhielt Fleming eines Tages einen Brief, in dem der Junge berichtete, er sei an einem schweren Lungenleiden erkrankt. Fleming schickte ihm etwas von seinem neu gefunden Wirkstoff und wies in seinem Brief darauf hin, dies könne vielleicht die Krankheit bremsen. So rettete Fleming demselben jungen Mann zweimal das Leben. Dieser junge Mann war – Winston Churchill.“

(aus Ronald Reng, Gebrauchsanweisung für Lomdon, 80-81.)

Für mich zeigt diese Geschichte eine der Schönheiten des Lebens – ihre Verbindungen.

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Schaffen Sie es nach Oxford?

Auf heute.de bin ich auf einen interessanten Beitrag gestoßen. Interessant vor allem deshalb, weil es mein Tätigkeitsfeld als Studienleiter betrifft. Es geht um die Aufnahmetests der Eliteuniversität Oxford. Sie wollen keine Fachidioten ausbilden, sondern kreative Köpfe und Querdenker entdecken. Kürzlich wurden einige Fragen aus den Aufnahmetests veröffentlicht:

„Wenn Sie ein neues Musikinstrument erfinden würden – welchen Klang hätte es?“ Eine ungewöhnlich offene Frage, mit der in Oxford die Vorstellungskraft der künftigen Studenten im Fach Musik geprüft werden soll. Dabei geht es nicht nur um klassische Musik. Entscheidend ist, in die Zukunft zu denken.

„Warum leuchten Katzenaugen im Dunkeln?“ Dieses Phänomen können schon manche Grundschüler erklären. In Oxford wird so getestet, wie groß die Neugier der Bewerber im Fach Biomedizin wirklich ist. Katzenaugen funktionieren übrigens wie ein Reflektor: Sie bündeln das Licht und spiegeln es zurück.

„Was ist eigentlich normal?“ Mit dieser Frage wollen die Prüfer testen, was ihre möglichen Psychologiestudenten unter Normalität verstehen. Erst dann können sie sich mit den „unnormalen“ Formen der menschlichen Psyche beschäftigen, wie Neurosen oder Psychosen.

Kennen Sie die Lindenstraße von Großbritannien? „Coronation Street“ heißt die britische Variante und läuft seit Jahrzehnten im TV. „Warum hält sich die Serie?“ So lautet eine Frage im Fach englische Literatur.  An ihr lässt sich diskutieren, was heute unter dem Begriff „populär“ zu verstehen ist.

„Beschreiben Sie doch mal diesen Kaktus.“ Bei diesem Prüfungsteil im Fach Biologie kann jedes Detail entscheidend sein. Beobachtungsgabe allein reicht allerdings nicht, denn die Prüfer stellen weitere Fragen. Vom kleinen Kaktus kommen sie aufs große Ganze: Wie überleben Pflanzen in Trockengebieten?

„Sind Extremsportler verrückt? Schließlich riskieren sie ihr Leben für ein Hobby.“ Diese These eröffnet meist eine rege Diskussion im Fach Theologie – so wie später auch im Studium. Diskussionsfreudige Studenten sind in den Seminaren sehr willkommen.

(Quelle: heute.de / sxc.hu)

Über diskussionsfreudige Theologiestudenten freuen wir uns auch bei der Pionierakademie. Aber keine Sorge, bei uns gibt es keinen vergleichbaren Aufnahmetest.

Städtegebet: Bad Kissingen

Die Prüfungen meiner Frau brachten mich im Sommer mehrmals in die Kurstadt Bad Kissingen. Während meine Frau sich auf die finalen Leistungsnachweise vorbereitete, um sich schließlich dem Urteil der Prüfer zu stellen, zitterte ich von außen mit und vergnügte mich im bekanntesten Kurort Deutschland. Seine Heilquellen machten die kleine Stadt mit aktuell ca. 21 000 Einwohnern (inklussive Eingemeindungen) schon früh bekannt. Der erste nachweisbare Kurgast wurde schon 1520 verzeichnet. Im 19. Jahrhundert avancierte Kissingen zum mondänen Badeort und wurde in der Regierungszeit Ludwigs I. von Bayern gezielt ausgebaut. Gekrönte Häupter trugen sich in die Gästeliste ein darunter. Zar Alexander II., König Ludwig II. von Bayern und allen voran Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi) ruhte sich hier aus. Sie werden gewusst haben wieso. Heute zählt Bad Kissingen etwa 1,5 Millionen Übernachtungen bei 220.000 Gästen pro Jahr. Das kann sich sehen lassen und prägt das Stadtbild, denn an den Kurgästen kommt man hier nicht vorbei. Man hatte mich vorgewarnt: „Wenn du dich alt fühlst, dann geh nach Bad Kissingen und du fühlst dich wieder jung.“ Da ich mich nun noch nicht alt fühle kann ich den Wahrheitsgehalt dieser These weder bestätigen noch widerlegen. Doch ganz so „alt“ ist Bad Kissingen nicht, wie so manche Stimme ironisch anmerkt. Während ich durch die schöne Innenstadt laufe begegnen mir viele Jugendliche und auch eine Schulklasse, die sich gerade auf ihrem Ausflug befinden. Zu ihren Leidwesen mussten die Schüler das übliche (warum die Lehrer das nur so lieben müssen?) Stadtfragespiel machen. Ein Zettel mit 10 Fragen zu Bad Kissingen. Und so gingen die Schüler, teils lustlos, teils schüchtern und teils sogar motiviert auf Menschen zu, um sie zu bitten, ihnen bei der Beantwortung der Fragen zu helfen. Das klappt normalerweise immer, denn schließlich mussten die Befragte als Schüler selbst diesselben Spielchen mitmachen und waren schon damals froh, wenn Einheimsche ihnen die Lösung verrieten. Doch in Bad Kissingen gestaltete sich das schwieriger, denn 5/6 der Passanten mussten die Schüler mit der Bemerkung: „Entschuldigung, wir sind auch nicht von hier“ enttäuschen.

Auch wenn die Prominenz heute nicht mehr als Kurgäste nach Bad Kissingen kommt, sondern als Showact, von einem der kaum zu überblickenden künstlerischen Angebote, so ist was übrig geblieben vom mondänen Badeort. Der Arkadenbau, der riesige Kurpark, das Luipold- Spielcasino und viele herrschaftliche Häuser zeugen vom Reichtum der Stadt und wollen mir wohl deutlich machen: Das ist nicht irgendein Kurort! Irgendwie fühle ich mich mit meinem klammen Geldbeutel hier im Kurzentrum fehl am Platz. Krankenhäuser, die ich eher als Villen/Schloßanlagen identifiziert hätte und die ganzen Juweliere… Noch nie in einer Stadt solcher Größe so viele Schmuckläden gesehen.

Kurstädte sind Städte der Hoffnung. Hierher kommen Menschen mit großen Erwartungen. Sie haben meist das gröbste ihrer langwierigen Krankheit überstanden und müssen sich nun an die neuen Lebensverhältnisse gewöhnen. Hierher kommen Menschen mit großen Wünschen. Diese sind, dass sie danach wieder normal in den Alltag einsteigen können; dass sie wieder ganz gesund werden; dass ihr Körper wieder funktioniert wie früher. Das ist hier überall zu spüren. Als ich durch den wunderschön angelegten Kurpark laufe, gefühlt als einziger ohne Einschränkung, blicke ich in kämpferische und hoffnungsvolle Gesichter, die mir sagen: „Es wird besser werden, schau heute bin ich schon so weit gegkommen.“ Und ich werde erinnernt, dass auch ich mal alt werde und … Weiter will ich mir dazu keine Gedanken machen. Viel lieber bete ich für die Menschen, dass sich ihre Hoffnungen erfüllen und sie Frieden finden, einen starken inneren Frieden, der unabhängig vom weiteren Krankheitsverlauf sie durchträgt; einen Frieden, den ihnen nur Gott geben kann.

Glaube begegnet mir hier, und das hätte ich nicht gedacht, auf Schritt und Tritt. Während ich mich im Kurgarten befinde lausche ich einem Chor, der spirituelle Lieder singt. In der Innenstadt haben sich die Zeugen Jehowas positioniert und bieten wir ganz unaufdringlich ihre „Wachtürme“ an. Beim Weitergehen bleibt mein Blick beim Schaufenster einer Apotheke hängen. Nicht Medizin wird hier beworben, sondern ich lese von Maria. Das gesamte Schaufenster vollgeklebt mit Maria. Wo es um Hoffnung geht, da sind die Religionen und Weltanschauungen nicht weit. Ich bin da nicht anders. Ich bete für die Stadt und wünsche, dass viele hier Gesundheit finden – und auch ihren Glauben an Jesus.

Die besten Fußballersprüche

Als Einstimmung auf heute abend mal meine Lieblingssprüche von Fußballern:

Lothar Matthäus: Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!

Andreas Möller: Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl.

Berti Vogts: Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Und schwimmen kann er auch nicht.

Ingo Anderbrügge: Das Tor gehört zu 70 Prozent mir und zu 40 Prozent dem Wilmots.

Marcel Reif: Sollten sie dieses Spiel bislang atemberaubend finden, dann haben sie es an den Bronchien.

Fritz Walter: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.

Hans Meyer: Keiner liebt mich, da können sie meine Frau fragen.

Jens Jeremies: Das ist Schnee von morgen.

Andreas Möller: Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.

Andreas Möller: Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!

Paul Breitner: Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir liefs ganz flüssig.

Jan-Aage Fjörtoft: Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiß ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen.

Horst Szymaniak: Ein Drittel mehr Geld? Nee, ich will mindestens ein Viertel.

Olaf Thon: Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.

Manfred Krafft: Meine Mannschaft ist 15- oder 16mal ins Abseits gerannt. Das haben wir auch die ganze Woche geübt.

Berti Vogts: Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.

Mario Basler: Ich lerne nicht extra französisch für die Spieler, wo diese Sprache nicht mächtig sind.

Thomas Häßler: In der Schule gab’s für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.

Rudi Völler: Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch nicht!

Fritz Walter: Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meine: ein Quartett.

Sean Dundee: Ich bleibe auf jeden Fall wahrscheinlich beim KSC.

Thomas Häßler: Ich bin körperlich und physisch topfit.

Olaf Thon: Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Marko Rehmer: Wir sind hierher gefahren und haben gesagt: Okay, wenn wir verlieren, fahren wir wieder nach Hause.