Gebet und Mission

Ein Grund, warum ich die 24-7 Prayer Gebetsbewegung genial finde, ist die Verbindung von Gebet und Mission, bzw. das sie diese nicht trennen. Und damit etwas vereinen, dass nicht getrennt werden sollte.

„Vielleicht dreht es sich beim Gebet genau darum. Eine Minute kniet man in stillem Gebet, in der nächsten neben einem bewusstlosen Mädchen; einen Tag spricht man mit Gott über Menschen, am nächsten mit Menschen über Gott. Diese Mischung von intensiven Gottesbegegnungen und praktischem Engagement für eine Not leidende Welt ist genau das: in der Fürbitte für andere Menschen einzutreten.“

Pete Greig, in Red Moon Rising, S. 239.

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Kontextualisierung des Evangeliums Teil 4

Hier nun die Fortsetzung meiner Serie meiner Serie zum Thema Kontextualisierung. Zum Teil 1,2 und 3 einfach auf die jeweilige Zahl klicken.

Es wird allgemein akzeptiert, dass wir in eine neue Zeitepoche eingetreten sind (zumindest in der westlichen Welt) – der Postmoderne. Deshalb müssen wir nicht von einer „Reformation“ (Verbesserung des Vorhandenen) ausgehen, sondern von einer „Transformation“ (Umformung). Solch eine neue Zeitepoche berührt in der Regel mit der Zeit alle Lebensbereiche – manche von ihnen stark, manche stärker und teilweise werden Bereiche völlig transformiert. Diese Entwicklung wird hat auch vor der Gemeinde Jesu nicht halt gemacht. Und das fordert uns Christen heraus. Was sind die großen Herausforderungen und Fragen auf die wir als Christen Antworten finden müssen? Wie können oder sollten wir Familie leben? Wie Gemeinde bauen? Wie die Botschaft Gottes verkünden? Wie Christsein an unserem Arbeitsplatz (wenn es den überhaupt noch gibt) leben? usw. Die Postmoderne stellt andere Fragen an die Theologie. Der postmoderne Mensch denkt anders, empfindet anders, legt andere Schwerpunkt, lebt andere Lebenskonzepte usw. Es ist zu überlegen was das für die Verkündigung bedeutet. Damit beschäftigt sich die Kontextualisierung. Da Kultur in einem ständigen Veränderungsprozess ist müssen sich die Fragen der Kontextualiserung immer wieder neu gestellt werden. Veränderung ist nötig. Die Parolen wonach, dass aber schon seit 30 Jahren funktiert, führen in die falsche Richtung.

Kontextualisierung des Evangliums Teil 3

Nun die Weiterführung meiner kleinen Serie zum Thema Kontextualisierung. Die ersten beiden Teile gibt es hier und hier zu lesen. Kontextualisierung ist keine neue Erfindung oder ein neuartiger Gedanken der Theologie, sondern orientiert sich am Vorbild Gottes. Der wichtigste Beleg für die kontextualisierte Selbstoffenbarung Gottes ist die Inkarnation. Indem Gott Mensch wurde und damit die Menschen Gott sehen konnten wurde Gott in einer ganz neuen Weise greifbar, fassbar und verstehbar. Gott bewegt sich auf die Menschen zu. Er zeigt sich auf die verstehbarste Weise der Menschheit. Er lässt sich ganz auf uns ein und wird wie wir. In Christus erkennen wir zum einen wer wir sind (Anthropologie) und wer Gott ist (Theologie). Dabei achtete Jesus auf die Kultur. Er sprach die Sprache der Leute. Er hielt sich an kulturelle Sitten.  Er hat Worte und Beispiele gefunden, die klar waren (bis auf ein paar Ausnahmen). Er hat ermutigt und gelehrt, aber auch konfrontiert und das in verständlicher Art und Weise und so sollen wir es auch tun. Paulus spricht davon den Juden ein Jude geworden zu sein und dem Griechen ein Grieche. Damit wird klar, dass es nicht nur um die geeigneten Worte geht, sondern auch um die kulturellen Besonderheiten, die wichtig sind.

Kontextualisierung ist, wenn das Evangelium verkündigt wird und es aus den richtigen Gründen Anstoß erregt – nicht aus den falschen“ (Frost, Hirsch in Die Zukunft gestalten, S. 148)

Kontextualisierung des Evangliums Teil 2

Nach ein paar einführenden Gedanken im ersten Teil nun die Weiterführung. Wenn wir das Evangelium kontextualisieen wollen müssen wir erstaml wissen was das Evangelium überhaupt ist. Was ist denn eigentlich “das Evangelium”? Was ist denn die ”Gute Nachricht”? Kann das Evangelium so einfach zusammengefasst werden? Besteht es etwa aus einem Vers z.B.  Joh 3,16 oder Mk 1,15 oder Röm 1,17? Nein: Das Evangelium ist die von Gott in Christus ausgehende Anrede bzw. das heilswirkende Handeln von Gott in Christus mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Das lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen. Wir haben z.B. vier “Evangelien” in der Bibel, und jedes einzelne von ihnen ist erst in seiner Ganzheit “Evangelium” – nicht ein Destillat daraus. Gottes Handeln in Christus ist Teil der Geschichte der Menschheit. Es ist kontinuierlich passiert, weshalb wir von einer Heilsgeschichte sprechen. Eine Art roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Diesen roten Faden der Bibel gilt es zu predigen, indem wir ihn in den jeweiligen Kontext übersetzen -“transportieren”.

Kontextualisierung des Evangliums Teil 1

Eines der Themen auf dem letzten Delta-Treffen war Kontextualisierung. Kontexualisierung ist ein Fachausdruck. Es geht darum eine Botschaft bestmöglich zu kommunizieren. Ich habe etwas und nun will ich, dass Andere es verstehen. Und zwar will ich, dass sie es richtig verstehen. Ich habe mein Ziel verfehlt, wenn mein Kunde mich nicht verstanden hat. Die Herausforderung besteht mich auf meine Zuhörer einzulassen und für sie verständlich zu werden. Als Theologe beschäftige ich mich nun konkret mit der Kontextualisierung des Evangeliums und der Gemeinde. Da ist die erste Frage: Was ist denn eigentlich das Evangelium? Was ist denn eigentlich Gemeinde? Und dann stellt sich die Frage wem ich diese Botschaft bringen will? Wer sind meine Zuhörer? Wen will ich erreichen? Wenn das nun klar ist, dann stellt sich die Wie-Frage? Und dafür brauchen wir Wissen über die Kultur der Zuhörer. Wer kontextualisiert muss erstmal lernen. Wer kontextualiseren will der beobachtet sorgfältig, sucht den Kontakt zu denen die er erreichen will, versucht zu verstehen.

Kontextualisierung meint: „die Sprache, Sehnsüchte, Lebensmuster und Überzeugungen einer bestimmten Kultur zu verstehen und ihnen unsere Formen anzupassen, ohne das Evangelium zu verändern.“ (Frost Hirsch, in Die Zukunft gestalten, S. 151)