Prediger brauchen auch Feedback, doch leider trauen sich viele Leute nicht dazu. Manchmal kommt es aber doch vor und dann fällt es meistens sehr positiv aus. Das einmal dem Prediger widersprochen oder eine kritische Frage gestellt wird kommt leider sehr selten vor. Letztens hörte ich jemand sagen: „Ich fand es ganz toll und wie sie ihre Aussagen mit so vielen Bibelstellen begründet haben. Das fand ich ganz toll und überzeugend!“ Einwurf: Machen das nicht alle Prediger? Kann man mit Bibelstellen nicht irgendwie alles belegen? Oder in einer anderen Situation kam folgende Reaktion: Sie können so gut reden und komplizierte Zusammenhänge einfach erklären. Ihnen glaub ich alles. Einwurf: Gute Rhetorik heißt noch lange nicht guter Inhalt. Kann es sein, dass wir uns zu sehr von der Persönlichkeit überzeugen lassen? Was dagegen tun? Ganz einfach: sich selbst bilden! Dazu kommt die nächste Vorlesung der PIONIERAKADEMIE genau richtig.

Die biblischen Texte sind in einer anderen Sprache geschrieben worden und zu einer anderen Zeit entstanden. Dadurch haben manche Worte eine andere Füllung, Metaphern eine uns fremde Bedeutung, und damalige Gepflogenheiten sind uns heute so nicht mehr bekannt. Bei der Exegese wird ein Textabschnitt auf seine ursprüngliche Bedeutung hin untersucht, um ihn dann angemessen in unser heutiges Verständnis einzubauen. Dabei werden Kontext, Grammatik, Semantik und Kultur berücksichtigt. Schon ein einfaches Beispiel zeigt, dass sich ein genauer Blick auf die biblischen Texte unumgänglich ist. In 1Timotheus 3,2 steht:„Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren (Luther).“ Der Aufseher nun muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, sittsam, gastfrei, lehrfähig (Eberfelder).“ Nun meine Fragen: Was ist ein Bischof? Was ist ein Aufseher? – Ein Schwimmbadmeister? Oder ein Gefängniswärter? Was ist nüchtern? – Wenn man besonnen ist? Oder kein Alkohol trinkt? Oder kühl und rational ist? Was bedeutet: Mann einer Frau? – Polygam? Oder verheiratet? Oder vielleicht nicht geschieden? Die Antwort bekommen wir nur durch einen tieferen Blick in die Texte und ihren Zusammenhang.

Die Teilnehmer der Vorlesungen sollen  lernen …

  • wie sich die ursprüngliche Bedeutung von Bibelabschnitten möglichst genau erfassen lässt
  • wie eine gründliche Predigtvorbereitung aussieht, die dem biblischen Text möglichst gerecht wird
  • wie die Ergebnisse der Exegese für eine Predigt fruchtbar gemacht werden können.
  • wie sich aus Bibeltexten systematisch-theologische Ergebnisse ableiten lassen
  • eine systematische Herangehensweise für weitere Bibelauslegungen erwerben
  • einen eigenen Kommentar zu Bibelabschnitte zu formulieren
  • fremde Kommentare einzuordnen und zu beurteilen
  • Textarten und – gattungen und ihre Bedeutung erkennen
  • Mit Stilformen insbesondere Analogie und Typologie vertraut werden.

Ach ja, Dozent bin im übringen Ich. Anmelden kannst du dich hier.

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