Klaus Berger live

Wie vor ein paar Wochen angekündigt hatten wir von der Pionierakademie Prof. Dr. Klaus Berger zu einer Vorlesung eingeladen. Nun  ist es Zeit euch ein wneig darüber zu berichtet. Um es gleich vor weg zu schicken: Wenn ihr irgendwann mal die Möglichkeit ihn live zu erleben, nutzt diese Gelegenheit. Ihr werdet es nicht bereuen!

Gehaltvoll, witzig, pointiert, scharf, direkt und mit großer Liebe zum Wort Gottes trat er auf. Besonders beeindruckt hat er mich wie er Exegese und Spiritualität versöhnt. Wenn er einen Vers oder Abschnitt ausgelegt hat, hat es ihn immer in die ANbetung geführt. Man stelle sich vor, dass er nach Analyse der Textstruktur und Begriffsdefinition und was alles noch zur Exegese gehört, anfängt zu beten und Gott zu loben. Spiritualität und Exegese sollen eine Einheit bildet. Er hat es für mich verkörpert und mich dadurch neu inspiriert die Bibel zu lesen mit dem Ziel Gott anzubeten.

Hier ein paar Gedanken von ihm aus der Vorlesung:

Jüdischer als gedacht – Zerbricht die Christologie das Judentum?

Berger zeigt die enge Verbundenheit von Christentum und Judentum. Seine Thesen:

  1. Die Christologie zeigt, dass der Glaube an Jesus den Monotheismus nicht zerstört
  2. Die Thora wird nicht abgeschafft. Die Liebe als Summe der Thora neben den Dekalog-Geboten zeigt eine Übereinstimmung mit Philo.
  3. Zur Frage der kultischen Annäherung an Gott: Die Beschneidung wird durch den Empfang des Heiligen Geistes ersetzt (Kind Gottes). Die Sünden werden gesühnt durch die Stellvertretung des Gerechten bzw. durch Liebe.
  4. Neu ist nur Intensität des Geistes und die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Heiden. Hier liegt der Streitpunkt mit dem Judentum. Ist der Geist Christi der Geist Gottes?

Hat Jesus Kirche gewollt?

Spannend ihn zu diesem Thema zu hören. Ich hätte nicht gedacht wie nah wir uns sind. Kirche definiert sich über das Zusammenkommen (wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen).

  1. Jesus hat die Jünger berufen. Die Zahl 12 bildet Israel ab. Die Zahl stellt eschatologische Vollkommenheit dar. Schon am AT glaubte man an Gott und sein Volk. Gott ohne Volk ist nicht vorstellbar. Kein religiöser Individualismus.
  2. Jesus stiftet beim Abendmahl einen Bund. Die 12 sind die Träger des Bundes. Hier geht es um das Erbe Jesu.
  3. Jesus sendet die Jünger aus zur Mission ohne Beschränkung auf Israel. Es wird vor dem Gericht eine Gnadenzeit eingeschoben. Mission ohne Ansehen der Person. Jesus ist nicht als Single zu sehen, sondern er beruft Jünger.
  4. Die Kirche ist das Gottesvolk zur Zeit der „Kinderkrankheit“. Sie ist im werden und wachsen. Deshalb heiratet Jesus nicht. Sein Leben steht für das für was er will. Er demonstriert, dass er mit seiner Kirche quasi verheiratet ist. Er macht dadurch deutlich, dass er der Bräutigam ist. Den Zustand der Ehe kann man an den Boten Gottes sehen.
  5. Jesus stiftet ein Fundament

Wie hat Jesus Kirche gewollt?

  • Gestützt auf Autoritäten (Zeugen)

So jetzt habt ihr mal einige Gedanken zum Nachdenken!

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Der olympische Geist

Wieder sind mal Olympische Spiele eröffnet worden. Als großer Sportfan interessiere ich mich sehr dafür und werde die Wettkämpfe aufmerksam verfolgen. In der Berichterstattung im Vorfeld der Spiele hat sich mir der Eindruck ergeben, dass die Olympischen Spiele kein reines Sportereignis sind. Ich will hier aber nicht auf die Kommerzialisierung und Professionalisierung der Spiele anspielen. Vielmehr habe ich das Gefühl das die Olypischen Spiele fast schon religiösen Charakter haben. Viel ist die Rede vom olympischen Geist. Was ist den dieser olympische Geist? Und wie hängt dieser Geist mit den zahlreichen Symbolen und Traditionen zusammen, die so untypisch für ein Sportevent sind. Außerdem ist die Rede von der olympischen Idee. Welche Idee steckt den hinter den Spiele? Es gibt die sog. olympische Bewegung. Die Sportler legen bei der Eröffungsfeier einen Eid ab. Wozu überhaupt?

(Bildquelle: http://leipzig-seiten.de/images/stories/olympia1.jpg)

Ein Blick in die Geschichte der olympischen Spiele bringt Interessantes zum Vorschein: (Quelle wikipedia; wörtlich zitiert; nur geringfügig redaktionell verändert)

„Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Die Siegerlisten reichen bis ins Jahr 776 v. Chr. zurück. Bennat wurde sie nach ihrem Austragungsort Olympia im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes, waren Teil eines Zyklus, der drei weitere Panhellenische Spiele umfasste: Die Pythischen Spiele in Delphi, die Nemëischen Spiele in Nemea und die Isthmischen Spiele auf dem Isthmus von Korinth. In der Anfangszeit gab es nur einen Wettlauf über die Distanz des Stadions (192,24 Meter). Die Spiele waren aber keine „Sportveranstaltung“ in unserem heutigen Sinne, sondern ein religiöses Fest zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops. In ihrer Blütezeit dauerten die Spiele fünf Tage – der erste Tag war bestimmt von kultischen Zeremonien wie Weihehandlungen und dem Einzug der Athleten, Betreuer, Schiedsrichter und Zuschauer in den heiligen Hain von Olympia zum Tempel des Zeus. Hier schworen die Athleten, sich an die Regeln der Spiele zu halten. Nicht der Sport als solcher stand im Mittelpunkt, sondern die religiöse Komponente. Als die Römer Griechenland eroberten, verloren die Olympischen Spiele ihren panhellenischen Charakter. Von nun an war es auch nichtgriechischen Athleten gestattet, teilzunehmen. Vermutlich zum letzten Mal fanden die Spiele im Jahr 393 statt, bevor der römische Kaiser Theodosius I. alle heidnischen Zeremonien verbot.

Die Olympische Idee ging aber nicht ganz verloren. Ab dem 17. Jahrhundert gab es Bestrebungen die Olympischen Spiele wieder zu beleben. Besonders zu nennen ist der Franzose Pierre de Coubertin. Seiner Meinung nach war die mangelnde körperliche Ertüchtigung der Soldaten eine der Hauptursachen für die Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gewesen. Er strebte danach, diesen Zustand durch die verbindliche Einführung von Sportunterricht an den Schulen zu verbessern. Gleichzeitig wollte er nationale Egoismen überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beitragen. Die „Jugend der Welt“ sollte sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf den Schlachtfeldern bekämpfen. Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele schien in seinen Augen die beste Lösung zu sein, um diese Ziele zu erreichen.

Das offizielle Motto der Olympischen Bewegung lautet citius, altius, fortius (Latein für „schneller, höher, stärker“). De Coubertins Ideale spiegeln sich am besten im olympischen Credo wider: „Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, wie auch das Wichtigste im Leben nicht der Sieg, sondern das Streben nach einem Ziel ist. Das Wichtigste ist nicht, erobert zu haben, sondern gut gekämpft zu haben.“

Einige Monate vor den Spielen wird an historischer Stätte in Olympia in einer an antike Rituale angelehnten Zeremonie die Olympische Fackel entzündet. Eine als Priesterin verkleidete Schauspielerin entfacht die Fackel mittels eines Parabolspiegels und übergibt sie dem ersten Läufer des anschließenden Staffellaufs. Die Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele umfassen eine Reihe traditioneller Elemente, die in der Olympischen Charta festgelegt sind. Die Schlussfeier findet statt, wenn alle sportlichen Wettkämpfe abgeschlossen sind. Erneut marschieren die Athleten ins Stadion ein, diesmal jedoch nicht nach Ländern geordnet, sondern bunt gemischt. Damit wird die Verbundenheit der Athleten nach Ende der Wettkämpfe symbolisiert. Der IOC-Präsident hält eine Rede, in der er den Erfolg der Spiele betont. Danach übergibt er Mitgliedern des Organisationskomitees den Olympischen Orden und erklärt die Spiele für beendet; gleichzeitig ruft er „die Jugend der Welt“ auf, sich in vier Jahren erneut zu versammeln.“

Der Ursprung der Olympischen Spiele liegt im griechischen Götterglauben. Mit der Neubelebung im 19. Jahrhundert wurden die heidnischen Zeremonien durch humanisitische Ideale ersetzt (oder gar gemischt?). Ich frage mich was davon noch übriggeblieben ist? Einerseits geht es ganz klar um den Sport. Die Teilnahme allein ist zwar für die Athelten ein Erfolg, aber bestimmt nicht alles. Es geht um sehr sehr viel Geld. Es geht ums Spektakel. Doch mir scheint insgesamt, dass die olympischen Wurzeln in vielen Elementen sichtbar werden. Man achte mal darauf was die Spiele einem vermitteln wollen: Fair-play; Ehre; Völkerverständigung; Frieden; Versöhnung (zu nenen die Bedeutung der First Nation bei den Spielen in Vancouver); Brüderlichkeit; Zusammenhalt; Rückbesinnung auf die Natur … Klingt alles nach deutlich mehr als einem sportlichen Großereignis. Die olympischen Spiele haben zutiefst religiösen Charakter (humanistische Ideen gepaart mit z.T. animistischen Gedanken). Ideologiefrei sind sie bestimmt nicht. Oder sehe ich das falsch?

Auf den Spuren der Friedlichen Revolution – ein Reisebericht

„Ein Studium des Grenzregimes der DDR ist der beste Weg, sich dem Staat zu nähern, der gerade mystische Züge anzunehmen scheint, je länger er untergegangen ist. Denn nichts war so real wie diese Grenze zwischen den beiden Teilen Deutschlands: erst notdürftig gesichert, dann mit Stacheldraht, schließlich mit Zäunen, Gräbern, Türmen, Bunkern, Minen, Selbstschussanlagen und einer Mauer – was für ein Staat! Wer sie überqueren durfte, galt im ostdeutschen Volksmund als „grenzmündig“. Grenzwächter liefen nie allein, denn hier galt mehr als anderswo, dass der eine auf den anderen aufpassen musste.“ FAZ 25.03.2009

Im November 2009 bin ich mit Freunden anlässlich des 20jährigen Gedenkens an den Mauerfall mit dem Auto die ehemalige innerdeutschen Grenze entlang gefahren. Ich habe diesen Teil deutscher Geschichte entdeckt und möchte sie gerne daran teilhaben lassen und von meinen Eindrücken aus dem Grenzgebiet erzählen. Anhand von rund 100 Aufnahmen werden die Spuren der 1.378 Kilometer langen ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gezeigt. Angefangen am einstigen Dreiländereck bei Prex geht es mit dem Auto im Grenzgebiet bis hoch zur Ostseeküste. Das geteilte Dorf Mödlareuth, das Grenzmuseum Teistungen im Eichsfeld, Point Alpha bei Geisa, der Grenzkontrollpunkt Marienborn, die Dorfrepublik Rüterberg, die Halbinsel Priwall und schließlich Berlin – dies sind einige der Höhepunkte des Vortrags. Neben der Erläuterung des Aufbaus der Grenzanlagen und der historischen Hintergründe gibt es interessante Anekdoten von der Reise, die verdeutlichen, wie groß dieses Wunder der Friedlichen Revolution war.

Sich wundern

„Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden.“ Jostein Gaarder in Sofies Welt, S.23

„Neugierde ist die größte theologische Tugend“ Prof. Klaus Berger

  • WUNDERN bedeutet „neugierig sein, überrascht sein“
  • kleine Kinder haben diese Fähigkeit. Für sie ist alles neu. Sie sind sich noch unsicher, was auf dieser Welt möglich ist und was nicht.
  • Ältere Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens meistens diese Fähigkeit. Sie haben sich aufgrund ihrer Prägung an diese Welt gewöhnt. Für sie ist das Leben kein wirkliches Rätsel mehr. Das ist auch der Grund warum Menschen mit hohem Alter ihr Denken kaum ändern.

Matthäus 8:10 „Als aber Jesus es hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.“

Matthäus 15,30-31 „Und große Volksmengen kamen zu ihm, die Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sich ihm zu Füßen; und er heilte sie, so daß die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels.“

Apostelgeschichte 7,29-31 „Mose aber entfloh bei diesem Wort und wurde ein Fremdling im Land Midian, wo er zwei Söhne zeugte. Als vierzig Jahre verflossen waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches. Als aber Mose es sah, wunderte er sich über die Erscheinung; während er aber hinzutrat, sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn.

  • Auch für unsere Beziehung zu Gott brauchen wir dieses „sich wundern“. Gott ist größer als wir denken; Gott ist anders als wir vermuten usw. Sei nicht überrascht, dass du dich wundern wirst! Es ist mehr möglich als du denkst!
  • Wie reagierst du auf dein wundern? Sei wie Mose. Tue sie nicht einfach ab und sage: „das kann nicht sein“, sondern trete hinzu, betrachte es. Sei offen dich korrigieren zu lassen; dein Denken erweitern zu lassen. Zweifel und Skepsis sind manchmal wirklich angebracht, aber sie können auch ein großes Hindernis sein, wenn sie immer zur Ablehnung werden.
  • In „wundern“ steckt das Wort „Wunder“. Gott ist ein Gott der Wunder. Sei offen für Wunder. Ungewöhnliche Wunder – ungewöhnliche Begegnungen. Sei offen!