Vergangenes Wochenende war ich auf dem Delta-Treffen. Zusammen mit Holger habe ich das Wochenende organisieren und auch mitverantworten. Erfreulicherweise kammen wieder ein paar Neue und so kamen wir zusammen mit den Kindern auf eine stattliche Zahl von fast 60 Teilnehmer/-innen. Beim Deltatreffen kommen Menschen zusammen, die mit Jesus unterwegs sind, die offen für Veränderungen sind und nach neuen Wegen. Immer mehr Christen hinterfragen die institutionalisierte Gemeinde. Sie kommen mit deren Systemen und Hierarchien nicht mehr ganz zurecht. In fast allen Gesprächen höre ich den starken Wunsch nach mehr Gemeinschaft und authentischen Beziehungen heraus. Wie kann das umgesetzt und gelebt werden – innerhalb von Gemeinde und außerhalb?  Ziel der Delta-Treffen ist es eine Plattform für Begegnung und Entwicklungsimpulse zu sein.

Am Freitagabend habe ich ein Impulsreferat zum Thema Teilen gehalten. Der Wunsch nach mehr Gemeinschaft ist da, doch schnell werden wir dabei mit unserer sehr individualistischen Prägung konfrontiert. Besonders dann, wenn die Gemeinschaft familiärer wird. Wenn wir darüber reden, wie wir Gemeinschaft leben wollen, dann muss zur Sprache kommen, was wir bereit sind mit anderen Menschen zu teilen. Was sind unsere Erwartungen an die anderen und wo liegen unsere persönlichen Grenzen? Dazu habe ich am Samstagvormittag auch ein Barcamp gemacht mit für mich wichtigen Fassetten für mein Leben.

Bei den Essens, Chill- und Freizeitzeiten durfte ich viele gut Gespräche führen und mich mit genialen Menschen unterhalten. Es tut mir gut und inspiriert mich die Geschichten von so unterschiedlichen Menschen zu hören. Ich freu mich auf das nächste Mal.

Für alle die twittern unser Hash-Tag war #dt09 und #deltatreffen.

7 Kommentare zu „Deltatreffen Okt. 09

  1. Interessante Idee! Mich würde interessieren, wie ihr die gewünschten „authentischen Beziehungen“ mit den (auch für’s Deltatreffen notwendigen) Strukturen verbindet. Gibt’s da irgendwelche Einsichten? Die Schwierigkeit ergibt sich ja in verschiedenen Kontexten.

  2. @ Daniel
    Das Deltatreffen will in erster Linie eine Plattform sein. Zum einen für Begegnung, d.h. Austausch ermöglichen, Menschen kennenlernen zu können, Gemeinschaft zu haben. Zum anderen für Entwicklung, d.h. geistliche Themen werden thematisiert. Die Themen werden von uns vorgegeben und kommen direkt von den Teilnehmern. Dabei habe ich festgestellt, dass gerade das Thema von Gemeinschaft und authentischen Beziehungen viele sehr beschäftigt. Wie können wir in unseren Gemeinden/Kreisen etc. Gemeinschaft/authentische Beziehungen fördern? Darüber wurde viel gesprochen, Erfahrungen ausgetauscht, diskutiert.
    Damit über diese Themen auch offen geredet werden kann und wird versuchen wir eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Über die Jahre ist ein bestimmter fester Kern an Teilnehmern entstanden. Wir nehmen jedes mal nur eine begrenzte Anzahl an „neuen“ Menschen auf. Einige Teilnehmer treffen sich auch außerhalb des Deltatreffen. Das fördert Vertrautheit, in die die „Neuen“ hineinkommen.

    Beantwortet das deine Frage?

  3. Teilweise ja! Kannst du vielleicht noch auf folgenden möglichen Einwand eingehen? „Gemeinschaft und authentische Beziehungen können nur dort entstehen, wo die Strukturen natürlich gewachsen sind und relativ überschaubar bleiben. Sobald die Gruppe zu groß wird, wird sie zu einer starren Institution.“ Verstehst du, worauf ich hinaus will?

    1. @ Daniel
      danke fürs Nachhaken! Ich denke, dass Gemeinschaft nicht verordnet werden kann, sondern entsteht dort wo eine Gruppe den Wunsch hat so miteinenader zu leben. Auch kleinere Gruppe können unpersönlich und starr sein. Ich spüre bei vielen den Wunsch ihr Christsein/ihre Nachfolge gemeinschaftlich zu leben. Dieses Gemeinschaftliche soll authetische Beziehungen enthalten. Es soll eben mehr sein als ein nettes Zusammensein (um es mal salopp zu formulieren). Dazu ist aber Vertrauen nötig und dies muss wachsen.

      Wie sind deine Erfahrungen zu deinem Einwand?

  4. @ Daniel

    Ich gehe auch regelmäßig zum Deltatreffen.

    Zu deiner zweiten Frage: Du hast sicher Recht wenn du anmerkst, dass Strukturen natürlich wachsen müssen. Das sind sie beim Deltatreffen definitiv. Die Strukturen dort passen sich den Menschen und ihren Bedürfnissen an und nicht umgekehrt.
    Dass eine Gruppe zu einer starren Institution wird wenn sie zu groß ist, ist sicher oft so, jedoch nicht zwingen der Fall. Im Bezug auf das Deltatreffen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich dort – trotz etwa 60 Personen – um keine starre Institution handelt. Sicher ist es nicht möglich an solch einem Treffen Beziehung mit und zu jedem Einzelnen aufzubauen und zu pflegen. Doch das ist auch nicht das Ziel. Wichtiger ist aus meiner Sicht, dass ich Menschen treffe die authentisch mit mir in Gemeinschaft treten und ich ich in einer Atmosphäre der Offenheit auf die Menschen zugehen kann die mir gerade gut tun. Ich persönlich habe nicht den Anspruch am Deltatreffen mit jedem Teilnehmer persönlich geredet haben zu müssen. Das wär Stress pur! Ich habe meine 3 – 4 intensiven Gespräche an solch einem Wochenende und das ist ausreichend und gut so. Und da das alle dort so handhaben ist die große Gruppe alles andere als eine starre Institution.

    1. @ Daniel
      Ich merke beim Deltatreffen, dass Leute teilnehmen denen es in erster Linie um die Gemeinschaft geht. Sie suchen den Austausch und das Miteinander. Andere kommen wegen der Impulse. Ihnen geht es zuerst um die Themen und die Diskussionen. Ich empfinde diese beiden Pole als sehr wichtig, damit das Deltatreffen sich nicht zu einem Art Familientreffen entwickelt, aber auch nicht zu einer unpersönlichen Konferenz, denn gerade der Austausch, die Geschichten und die Reise der Teilnehmer enthalten enorme Lernmomente, manchmal mehr als die Frontalimpulse.
      Uns geht es gerade darum, dass die Teilnehmer für ihr gemeindliches/gemeinchaftliches/ geistliches Zuhause mitnehmen können und selbst miteinbringen.

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