Ekklesiologievorlesung

Hiermit lege ich die nächste Vorlesung der Pionierakademie ans Herzen. Die Pionierakademie ist eine innovative, theologische Ausbildung mit interdisziplinärem Anspruch. 

Das Wort „Gemeinde“ ist in aller Munde. Wir leben in der Phase, in der viel über Gemeinde gesprochen und diskutiert wird. Der eine liebt Gemeinde, andere können dieses Wort nicht mehr hören und wieder andere meiden das Wort, denn sie wollen sich von alten Denkmustern lösen. Immer mehr Menschen verlassen zurecht ihre Gemeinden, weil sie mit dem vorgefunden Gemeindesystem nicht zurecht kommen. Das verlassen ist eines, doch wie ich leben will, das andere? Diese Vorlesung ist für Menschen, die das gängige Gemeindesystem hinters ich gelassen haben oder dabei sind es zu tun und nach neuen Wegen suchen oder sie schon gehen.

 

Zentrale Inhalte:

  • Wie geht es uns mit dem Wort „Gemeinde“?
  • Was ist „Gemeinde“ und was ist ihr Auftrag? (theologische Begriffs- und Zielklärung)
  • Gemeinschaftliches Leben unter soziologischer Perspektive
  •  Der Zusammenhang zwischen Theologie – Normen – Strategien – Strukturen – Soziales Handeln
  • Gemeinsame Reflexion von eigenen Gemeinde-Konstruktionen und ihrer Denkvoraussetzungen
  •  Wie haben es andere gemacht? Überblick ekklesiologischer Praxis in Geschichte und Gegenwart
  • Überblick zur aktuellen Diskussion und aktuellen Entwürfen christl. Gemeinschaft zu leben (Simple, Organic, Fluid, Emerging/Postmodern, Missional …)
  • Wie wir uns an der unabgeschlossenen Umbruchphase, Gemeinde neu und anders zu denken, beteiligen können.

 

Dozent wird Andreas Wolf sein. Ich freue mich schon sehr auf ihn, denn was ich von ihm lese begeistert mich. Er ist 37 Jahre alt und lebt in Magdeburg. Er ist Krankenpfleger, Theologe, Projektmanager, Trainer und Soziologiestudent. Freiberuflich ist er als „social and conceptual integrator“ unterwegs und in der Businesswelt (fast) genauso zuhause wie im strategischen Nachsinnen über die Gemeinde von morgen. Mehr gibt es über ihn auf seinem, wie ich finde, sehr lesenswerten Blog zu erfahren. In seiner Kategorie biotheology schreibt er zum Thema Ekklesiologie.

 

Zur Anmeldung geht es hier

 

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Dreieinigkeit – was bedeutet das konkret für mein Glaubensleben

Mir gefällt das Bild vom Tanz für die Dreieinigkeit. Gott ist nicht ein gesichtsloses, allmächtiges abstraktes Wesen, sondern Vater, Sohn und Heiliger Geist existieren als eine leidenschaftliche Gemeinschaft. Dieses Bild verbindet für mich die Dreiheit mit der Einheit Gottes, ohne die Dreiheit auf die Einheit zu reduzieren oder die Einheit in der Dreiheit aufzulösen. Diese Gemeinschaft hat uns Menschen geschaffen (lasst uns Menschen machen), um uns an ihrer Gemeinschaft teilhaben zu lassen; um uns mit hineinzunehmen in diese Fülle des Lebens. Alles Gute, Schöne, Erhabene kommt aus diesem Tanz. Jesus kam, um uns wieder in diese Gemeinschaft zu führen. Ich bin, als sein Nachfolger, Teil dieses Tanzes. Das bedeutet für mich, dass ich das Leben genießen darf. Es bedeutet, dass Kunst, Musik, Sex, Sport, Essen, Feiern, Freundschaft, Abenteuer, Schönheit etc. ein Teil des großen Tanzes ist. Gott hat es geschaffen und uns in Jesus gezeigt, wie wir das Leben als gewöhnliche Menschen feiern können in allen Kämpfen, die es auch gibt. 

Dreieinigkeit – wie ich sie verstehe

Die Dreieinigkeit wird in der Bibel nie ausführlich beschrieben, sondern lediglich angedeutet (1Mo 1,26; Joh 15,26). Sie ist eines der schwer zu fassenden Aussagen über Gott, die zu großen Kontroversen in der Kirchengeschichte geführt haben. Drei wesentliche Aspekte sind zu beachten:

(1) Der Aspekt der Einheit betont, dass es sich nicht um drei Gottheiten handelt.

(2) Der Aspekt der Verschiedenheit betont die Unterschiedlichkeit und wehrt die Leugnung der Gottheit Jesu ab, denn die Überbetonung der Einheit führte zur Behauptung, dass der Sohn und der Heilige Geist dem Vater untergeordnet sind.

(3) Beim Aspekt der Gemeinschaft treten die Beziehung und das Zusammenspiel der Trinität in den Vordergrund. Diese wird mit dem griech. Begriff „Perichoresis“ zu Deutsch „wechselseitiges Sichdurchdringen“ bezeichnet. Dahinter steckt das Bild vom Tanz. Die Dreieinigkeit ist als ein Tanz des Lebens, der Freude und Fülle bildlich zu denken. Vater, Sohn und Heiliger Geist teilen sich, führen sich, halten sich und wollen uns Menschen mit in diesen Lebenstanz hineinnehmen.