Storytelling – theologische Aspekte

Ich beschäftige mich, wie schon letztens geschrieben, mit dem Thema Storytelling. Darunter verstehe ich folgendes: Storytelling heißt: Geschichten gezielt, bewusst und gekonnt einzusetzen. Es gibt enorm viele Möglichkeit bewusst mit Geschichten zu arbeiten. In vielen Bereichen wird auch schon damit gearbeitet, besonders im Marketing. Dass jedes Produkt eine Geschichte haben sollte, lernt selbst der Bäcker. In der Wirtschaft, im Changemanagement, wenn es ganz allgemein um Kommunikation geht, im Beratungssektor etc. gibt es Einsatzmöglichkeiten für Storytelling, die m.E. noch zu wenig genützt werden. Auch in der Theologie, glaube ich, spielen Geschichten eine leider viel zu untergeordnete Rolle. Deshalb will ich mich in dieses Thema einarbeiten. Dabei merke ich, dass es gar nicht so einfach ist gute Geschichten zu finden. Jesus war ein Meister darin und ich bewundere ihn in dem immer mehr, denn jetzt, wo ich selbst auf der Suche nach Geschichten bin, merke ich erst wie genial unser Lehrer darin war.

 

Hier ein paar theologische Aspekte:

·         Das Erzählen ist bei allen Völkern die ursprüngliche Form der Weitergabe der religiösen Überlieferung an die nachfolgende Generation. Die schriftlichen Formen der Tradition entwickeln sich erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das gilt auch für die Tradition des Alten und Neuen Testamentes.

·         Jesus erzählte viel mit anschaulichen Beispielen.

·         Die Jünger erzählten die Geschichte Jesu weiter.

·        Die zur Bewahrung und Sicherung des Glaubens notwendig gewordene schriftliche Niederlegung in den Schriften des Neuen Testamentes löste die mündliche Weitergabe der Guten Nachricht nicht ersatzlos ab. Ganz im Gegenteil! Gerade im Erzählen entfaltet das Evangelium seine ursprüngliche Kraft und die Glaubenserfahrungen der Vergangenheit werden wieder lebendig.

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Un-Konferenz

Ich war letztes Wochenende auf einer Veranstaltung, genannt Delta-Treffen. Da kommen verschiedene Menschen zusammen, die alle nach neuen Wegen suchen „Gemeinde“ zu leben und die Gesellschaft mit zu beeinflussen. Inspiriert sind diese Treffen von den TED-Conferences und den Bar-Camps, sogenannte Un- oder Nicht-Konferenzen, die nicht nach dem typischen Muster ablaufen. Es werden keine Top-Redner eingeladen, denen die Teilnehmer zuhören dürfen, sondern die Teilnehmer können sich einbringen. Dabei sind solche Treffen nicht auf die typisch geistlichen Themen beschränkt, sondern umfassen den gesamten Bereich der Gesellschaft. Das Delta-Treffen lebt von der Beteiligung der einzelnen Teilnehmer. Das Wochenende war gefüllt mit viel Zeit zum Austausch, Kennenlernen und Einblickgeben in seine Reise mit Jesus. Dazu noch Zeiten der Begegnug und Ausrichtung auf Jesus und des Gebets füreinander und einer Bar-Camp-Session. Teilnehmer boten ein Thema an, über das sie gerne mit anderen reden wollten. So wurden diesmal Themen aus Politik, Kunst, Gesellschaft und Jesus-Nachfolge angeboten wie innere Sicherheit, die „Starfish an the spider“ Theorie, Prophetie, Entscheidungsfindung, die Thora, mit Jesus in einer Stadt leben, Schreiben von Gedichten und Geschichten. Ich bot ein prophetisches Training an. Dazu suchte und fand ich Leute, die gerne ein prophetisches Wort für die nächsten zwei Monate haben wollten. Sie gaben nicht ihre Namen sondern ein Psydonym an mich weiter, so dass ich nicht wusste, um wen es sich handelt. Als kleine Gruppe, fragten wir nun Jesus, was er zu sagen hat. Und er sprach. Jetzt bin ich auf das Feedback der Einzelnen gespannt. Ich habe mal wieder viel gelernt und freu mich schon jetzt vielen genialen Menschen auf dem nächsten Delta-Treffen zu begegnen.

Storytelling – (m)ein Anfang

Ich beschäftige mich momentan mit dem Thema narrative Theologie. Narrativ bedeutet erzählerisch. Mich treibt die Frage um, wie man mit Geschichten Wissen und im speziellen Theologie vermitteln kann. Ich glaube an die Kraft von Erzählungen. Wir sind in unserer westlichen Kultur sehr vom argumentativen Denken geprägt. Narratives Denken ist deutlich unterbelichtet. Es fällt mir beispielsweise viel leichter Theologie argumenativ mit Fakten, Daten und allgemeinen Regeln zu erklären. Doch Theologie ist mehr als reines Faktenvermitteln und erklären. Narratives Denken schafft Zusammenhänge zwischen Fakten und Emotionen, Rahmenbedingungen, Einstellungen. Es gibt Sinn, Orientierung und motiviert durch Visionen. Beides ist nötig.

 

„Mit logisch-wissenschaftlichen Denken hat die Menschheit die Gesetze der Schwerkraft entdeckt, mit Geschichten wie der von Ikarus und Daedalus hielt sie den Traum vom Fliegen wach – bis es gelang, ihn zu verwirklichen“ (Frenzel, Müller, Sottong, Storytelling: Das Praxisbuch, Hanser Verlag, S.15)   

 

Jesus lehrte argumentativ und narrativ. Ich will es ihm gleich tun. Deshalb arbeite ich am narrtiven Dankansatz und hoffe damit meine Zuhörer bald beglücken zu können.

 

Liebe und Tod

Das Leben hat zwei große Themen: Liebe und Tod. Das erste hat mit der Gestaltung des irdischen Daseins zu tun, das zweite mit dem unbekannten Ende desselbigen. Habe ich die Liebe zum Leben gefunden? Oder ist der Tod eine Art Erlösung? Lebe ich so, dass ich am liebsten nie sterben würde? Oder darf der Tod irgendwann schon kommen, denn nach einer bestimmten Lebenszeit ist genug gelebt?

Ich will leben! Doch lebe ich? Natürlich lebe ich: Ich atme, ich esse und trinke, habe meine Hobbys, tolle Freunde, das Geld reicht, die Urlaube schön, die Arbeit macht überwiegend Spaß, die Ehe bereichernd und spannungsreich, Beziehung zu Jesus stimmt. Doch ist das alles? Oder gibt es in all dem viel intensivere Dimensionen? Bin ich mir bewusst, dass es mehr gibt? Strebe ich aktiv danach? Oder lebe ich weiterhin in meiner bisherigen kleinen, sicheren Welt? Ja, es kostet Mut. Ja, ich muss endlich was riskieren! Ja, ich muss endlich die „gemütliche“ Lebenszone verlassen, um zur viel Ereignisreicherem, Intensiverem, Echterem vorzudringen. Ich will nicht wie bisher weiterleben! Nicht, weil es schlecht war. Nein, sondern, weil es nicht alles ist. Mein irdisches Leben ist viel zu viel wert, als das ich auf die Ewigkeit warte.