Diese Woche bekam ich per Post das neue „klartext„, das Bibelleseheft für junge Erwachsene vom Bibellesebund, für das ich regelmäßig schreibe. Diese mal ist ein Artikel unter der Rubrik „nachgehakt“ von mir drin. HIer eine Leseprobe: 

Sorgen sind für viele Menschen ein ständiger Begleiter. Angesichts immer neuer Hiobsbotschaft wie leerer Staatskassen, wenig Ausbildungsplätze, globale Erderwärmung, schwerer Erkrankung eines Freundes kann man geneigt sein, sein Leben von Sorgen prägen zu lassen.  

Was sind Sorgen?

Sorgen sind Gedanken und Fantasien, die um mögliche Gefahren kreisen. Sie setzen sich zusammen aus der Frage: Was wäre, wenn … und den daraus folgenden Katastrophenfantasien und drohenden Schwierigkeiten. Dabei wird sich eingeredet oder davon ausgegangen, dass das Eintreffen eines bestimmten Ereignisses schrecklich und unerträglich wäre. Wer sorgt, denkt also voraus und versucht, mit der zu vermutenden Herausforderung umzugehen. 

Ist sich Sorgen machen Sünde?

Einerseits soll der Mensch sich keine Sorgen machen (Phil 4,6; Mt 6,25) und andererseits fordert Paulus z.B. die Ältesten auf, für die Gemeinde zu sorgen (Vgl. 1Tim 3,5). Deshalb kann das sich-Sorgen-Machen nicht pauschal als Sünde betrachtet werden. Es kann zur Sünde werden, jedoch auch eine positive Haltung sein.  Die SpannungDie Bibelstellen zeigen uns, dass wir uns in dem Spannungsfeld zwischen loslassen/ abgeben und Fürsorge bewegen. Wir sollen uns um unser Leben sorgen und es auch ganz in Gottes Hände abgeben und das in einem gesunden Rhythmus von einmal mehr Fürsorge, ein anderes mal mehr loslassen, manchmal beides eng durchdrungen. Der Rhythmus kann sich jedoch von einer Tugend zu einer Untugend wenden und umgekehrt. Durch die Vernachlässigung einer Seite kommt es zu einer stärkeren Ausprägung der anderen und evtl. zu einem Ausufern. Das wäre in diesem Fall Vernachlässigung und ängstliche Sorge. 

vernachlässigen  <  loslassen/ abgeben   —————–  Fürsorge  >  sich sorgen (ängstlich) 

In unserem Leben sollten wir nicht über die gesunden Grenzen hinauskommen. Sich nicht zu sorgen kann z.B. eine negative Eigenschaft sein und gar nicht so christlich. Für die einen gilt daher eher die Ermahnung: „Macht euch sorgen, kümmert euch endlich um euer Leben“ und für die anderen: „Gebt eure Sorgen ab, lernt. Gott zu vertrauen.“ Der Umgang mit SorgenEs geht nicht einfach darum sich weniger Sorgen zu machen, sondern damit umgehen zu lernen und nicht von der einen Seite des Pferdes herunterzufallen. 

1. Sorgen als Sorgen erkennenEine ehrliche Bestandsausnahme ist der erste Schritt, um mit Sorgen umzugehen. Bin ich lediglich beunruhigt oder ist Angst im Spiel? Wenn ich meine Situation erkannt habe, kann ich mich von Gottes Wort herausfordern lassen und mich der Sache stellen.  

2.  Aktuelle Sorgen von Zukunftssorgen trennen (Mt 6,34)Viele Sorgen sind Zukunftssorgen. Zwischen beiden Arten sollten wir lernen zu trennen. Wir sollen uns nicht schon heute durch die Probleme von morgen bedrücken lassen, weil jeder Tag genug eigene Last hat. Was morgen ist liegt in Gottes Hand. Wer kennt die Zukunft? Was kann sich alles in 10 Jahren ändern? Wir sollen den heutigen Tag richtig nutzen. Was Jesus hier anmahnt ist die belastende, ängstliche Sorge um die Zukunft, nicht vernünftige Zukunftsplanung. 

3. Die Ängste benennen, die in den (aktuellen) Sorgen steckenWenn wir die Angst, die hinter jeder Sorge steckt, erst einmal beim Namen nennen, bekommen wir sie zu fassen und die Vorgehensweise wir klarer. Verantwortung und Liebe sollen uns helfen die Probleme anzupacken, nicht Ängste und Sorgen! 

4. Die Sorgen und Ängste auf Jesus werfen Wir sollen unsere Sorgen auf Gott werfen (1Pt 5,7). Wenn wir etwas weggeworfen haben, bekommen wir Distanz dazu. Das ist wie mit einem Papierknäul, den man in den Papierkorb wirft. Wir trennen uns von diesem Stück Papier und werfen ihn da hin, wo er hingehört. Und Gott kümmert sich um uns. Er weiß schon bevor wir bitten, was wir brauchen (Mt 6,8b). Vertraue ich Gott, dass er für mich sorgt? Wirf deine Sorgen Gott zu! Angefangen, indem du Gott durch ein Gebet deine Entscheidung, die Sorge bewusst loszulassen, sagst. 

5. Gott macht aus Sorgen AufgabenViele Sorgen verschwinden oder lösen sich in Luft auf, wenn sie richtig reflektiert werden. Doch manche Sorgen erfordern unser Handeln. So stellen sich z.B. bei der Sorge um die Sicherheit der Rente diese Fragen: „Was soll und kann ich tun?“ Aus der Sorge ist eine Aufgabe geworden, die wir heute mit Gottes Hilfe anpacken sollen.

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Ein Kommentar zu „Wie soll ich mit meinen Sorgen umgehen

  1. Kommt mir doch irgendwie bekannt vor … also der Text meine ich. 🙂 Freu mich schon auf weitere „Nachgehakt“-Texte von dir. Und Wochen. Und … Naja, jetzt aber erst mal FROHE WEIHNACHTEN dir, einen super „wolkenlosen“ Godi (liebe Grüße an alle!) und einen genialen Start in ein noch genialeres 2008!
    Nicole

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