„Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!“ (Matthäus 7,7) 

Das Leben besteht aus suchen und finden. Es ist eine ständige Suche. Wer nicht sucht, findet auch nicht. Es fällt uns meistens nicht alles zu. Auf allen Ebenen wird gesucht: Menschen suchen Nahrung, den Sinn des Lebens, (die richtige) Arbeit, Glück, den Partner fürs Leben, Halt. Politiker suchen nach Lösung von Problemen. Firmen suchen nach neuen Geschäftsideen, Möglichkeiten der Gewinnsteigerung, neue Lösungsansätze. Christen suchen nach der besten Gemeinde, nach Geisterfahrung, Antworten auf theologische Fragen, Gottesbegegnung uvm.  

Wo ständen wir, wenn Menschen vor uns nicht gesucht hätten? Viele Errungenschaften sind Früchte von Menschen, die nicht zufrieden waren und sich auf die Suche gemacht haben. Suchen ist wichtig! Es gibt im Leben spezielle Phasen des Suchens, des Hinterfragens: 

„Wer aber zum „Sucher“ wird, spürt, dass alles, was er mit zwanzig oder dreißig gedacht, geglaubt und zu wissen gemeint hat, nicht mehr richtig passt – wie Kleidungsstücke, die zu eng werden. Die Antworten, von vor zehn Jahren befriedigen nicht mehr, und feste Überzeugungen geraten auf einmal ins Wanken. Es beginnt eine Zeit, wo man viel radikaler zu fragen beginnt als in seinen aufmüpfigsten Jugendjahren – und wo einem alles genormte, vorgefertigte und standardisierte Denken zutiefst suspekt wird. Es ist ein Stadium, wo man auf einmal viel mehr Fragen hat als Antworten – und das bewusst aushält! Ja, es kann eine Befriedigung sein, noch einmal neu zu denken und fragen zu lernen, weil man spürt, dass man mit seinen Fragen näher an Gott und am Leben dran sein kann als mit den Antworten, die man zu haben glaubte!“  (Wolfgang Vorländer). 

„In Wahrheit geht es in der Phase des Suchens und des Rückzugs (…) vielleicht um die fruchtbarste, revolutionärste und wirkungsvollste Phase des Lebens überhaupt, weil hier nämlich nicht ein pubertierender Jugendlicher „ausschert“, sondern ein erwachsener Mensch mit Bildung und Ausbildung, Lebenserfahrung und „Standfestigkeit“, Überzeugung und Verantwortungsgefühl.“ „Wer aufbricht, um zum Sucher zu werden, kann vorübergehend in Einsamkeit geraten, zugleich gewinnt er jedoch Zugang zu neuen schöpferischen Perspektiven und Möglichkeiten. Denn er hört neue Worte Gottes, sieht größere Horizonte und gewinnt Kraft Alternativen zu ersinnen und zu beginnen.“ (Wolfgang Vorländer) 

Der Sucher denkt quer. Er macht sich auf den Weg und weiß oft nicht wo er hinkommt. Er muss aufpassen, dass er sich nicht „verläuft“ oder „verrennt“. Dennoch ist es unumgänglich zu suchen, denn durch solche Sucher bleibt das Leben, bleiben private, kirchliche und öffentliche Verhältnisse davor bewahrt unhinterfragt zu werden und in der Erstarrung zu enden. 

Was ist das Ziel des Suchens? – Finden. Wenn sich jemand dauerhaft im Suchen zu verwurzeln beginnt, dann wird die Suche zur krankmachenden Ideologie, das fundamentale Hinterfragen zu Kritiksucht und Miesmacherei und die Entfremdung zu Verschrobenheit. Menschen, die sich in ihrer Suche festfahren, sind nicht mehr in der Lage konstruktive Veränderung zu bringen. Sie können sich den Aufgaben und Herausforderungen ihres Lebens nicht neu zuzuwenden und Frucht bringen. Wer aber die Phase des Suchens durchläuft und abschließen kann, wird mit deren Frucht belohnt. Wer sucht muss finden! Sucht und findet. Beides gehört zusammen. Wer nicht sucht, findet nicht und wer nicht findet, dem bringt seine Suche nichts. Es gibt Phasen des Suchens und Phasen das Gefundene im Leben integrieren und zu genießen.   

„Das Ziel ist, sich dem Leben, den Menschen, den Aufgaben neu zuzuwenden, aber nun in größerer Freiheit, selbstloser, ohne eigenen Ehrgeiz, dafür mit um so mehr Liebe, Phantasie und Tiefe.“ (Wolfgang Vorländer) 

Nach was suchst du? Was fragst du dich? Was hast du gefunden? Bringt es Frucht?

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