Martin Preisendanz

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Berufung

Dezember 21, 2009 · Kommentar schreiben

Ich bin ein großer Fan von Eckard von Hirschhausen. Seine Art Wissen zu vermitteln spricht mich voll an. Wir bräuchten mehr „Verkündiger“ wie er. Wie er Kabbarett und Wissenschaft verbindet fasziniert mich. Der Traum in mir wächst Ähnliches zu wagen.

Seine Glückshow beendet er mit  folgender Gute-Nacht-Geschichte. Dabei geht er auf das Thema Berufung ein. Klingt sehr nach Martin Luther. Er entwickelte seine Vorstellung von Beruf und Berufung vor allem aus der paulinischen Aufforderung „Jeder bleibe in der Berufung, in der er berufen wurde.“ Jeder äußere Beruf eines Menschen beruht auf einer inneren Berufung durch Gott. Jeder Einzelne erfährt diese Berufung aufgrund von gottgegebenen ganz besonderern Qualitäten und Fähigkeiten zum Dienst am Nächsten und somit für Gott. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Fließbandarbeiter dem Manager absolut gleich. Jegliche Berufserfüllung im engeren wie im weiteren Sinn, z.B. durch das Ehrenamt, wird als Gottesdienst verstanden.

„Gott erwartet von Menschen mit den verschiedensten Temperamenten und unterschiedlicher Erziehung und Herkunft nicht immer dasselbe. Ein jeder sollte Gott entsprechend seiner Berufung dienen und sein Gewissen nicht mit der Tatsache quälen, dass er nicht zu Handlungen fähig ist, für die er nicht qualifiziert ist.“

Richard Wurmbrand, deutsch-rumänischer Pfarrer

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Jahr der Stille 2010: Zitate

November 28, 2009 · 1 Kommentar

Seit dem ersten Advent (29.11.2009) läuft das Jahr der Stille. Das Anliegen dahinter ist es Menschen dazu zu motivieren, einen Mentalitätswechsel durchzuführen. Nicht „Stille“ in der Hektik des Alltags zu „machen“, sondern aus ihr zu leben und aus einer veränderten Haltung heraus dem Alltag zu begegnen. Ich werde hier auf meinem Blog immer wieder Impuls dazu schreiben. Heute liste ich einige Zitate auf, die sich mit dem Thema Stille beschäftigen.

„Zeiten der Stille, sind Zeiten mit und für Gott. So kommt man in Gott zur Ruhe, erspürt etwas von der Stille der Ewigkeit.“ Afschin Kamrani, (*1968), Webdesigner

„Wir fürchten die Stille, weil wir dann unsere innere Stimme hören könnten.“ Pascal Lachenmeier, (*1973), Schweizer Jurist

„Wenn du dir die Zeit nimmst, um die Stille zu hören, wirst du viele Entdeckungen machen.“ Verfasser unbekannt

„Wir brauchen die Stille, um Herzen anrühren zu können.“ (Agnes Gonxha Bojaxhiu) Mutter Teresa

„Stille ist nicht müdes Warten, sondern innerstes Wachsein.“ Hanna Hümmer

„Was in der Stille auf uns einwirkt, das wirkt sich auch auf uns aus – und auf andere um uns herum.“ Peter Hahne, Moderator

„Stille ist keine Methode, sondern eine Lebenseinstellung.Peter Hahne, Moderator

„Alle Theologie ist ein Stillewerden vor Gott.“ Friedrich von Bodelschwingh, evangelischer Theologe und Hilfswerkgründer

„Vielleicht hilft uns die Stille mehr als alles andere zu der Einsicht, dass Gott uns rechtfertigen und die Dinge unseres Lebens in Ordnung bringen kann.“ Richard J. Foster, amerkanischer Theologe und Autor

Wenn ihr auf hier klickt, kommt ihr zu einer Geschichte zum Thema Stille, die ich geschrieben habe.

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Deltatreffen Okt. 09

Oktober 21, 2009 · 7 Kommentare

Vergangenes Wochenende war ich auf dem Delta-Treffen. Zusammen mit Holger habe ich das Wochenende organisieren und auch mitverantworten. Erfreulicherweise kammen wieder ein paar Neue und so kamen wir zusammen mit den Kindern auf eine stattliche Zahl von fast 60 Teilnehmer/-innen. Beim Deltatreffen kommen Menschen zusammen, die mit Jesus unterwegs sind, die offen für Veränderungen sind und nach neuen Wegen. Immer mehr Christen hinterfragen die institutionalisierte Gemeinde. Sie kommen mit deren Systemen und Hierarchien nicht mehr ganz zurecht. In fast allen Gesprächen höre ich den starken Wunsch nach mehr Gemeinschaft und authentischen Beziehungen heraus. Wie kann das umgesetzt und gelebt werden – innerhalb von Gemeinde und außerhalb?  Ziel der Delta-Treffen ist es eine Plattform für Begegnung und Entwicklungsimpulse zu sein.

Am Freitagabend habe ich ein Impulsreferat zum Thema Teilen gehalten. Der Wunsch nach mehr Gemeinschaft ist da, doch schnell werden wir dabei mit unserer sehr individualistischen Prägung konfrontiert. Besonders dann, wenn die Gemeinschaft familiärer wird. Wenn wir darüber reden, wie wir Gemeinschaft leben wollen, dann muss zur Sprache kommen, was wir bereit sind mit anderen Menschen zu teilen. Was sind unsere Erwartungen an die anderen und wo liegen unsere persönlichen Grenzen? Dazu habe ich am Samstagvormittag auch ein Barcamp gemacht mit für mich wichtigen Fassetten für mein Leben.

Bei den Essens, Chill- und Freizeitzeiten durfte ich viele gut Gespräche führen und mich mit genialen Menschen unterhalten. Es tut mir gut und inspiriert mich die Geschichten von so unterschiedlichen Menschen zu hören. Ich freu mich auf das nächste Mal.

Für alle die twittern unser Hash-Tag war #dt09 und #deltatreffen.

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Geschichte zum Jahr der Stille: Julias Tag

Oktober 13, 2009 · 1 Kommentar

Diese folgendene Geschichte habe ich für die neuste klartext-Ausgabe, der Bibellesezeitschrift des Bibellesebunds für junge Erwachsene, geschrieben. Damit beteilige ich mich auch am Jahr der Stille. Die Geschichte ist zudem Ausdruck meines Anliegens Theologie (theologische Inhalte) narrativ, also erzählend, zu vermitteln. Gefällt sie euch?

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Eine Stunde noch! Wie sollte sie das alles noch erledigen? Duschen, essen, E-mail an den Prof schreiben, sich mit einer Studienkollegien wegen des morgigen Vortrags abstimmen und dann noch den Hauskreis vorbereiten. Stress pur. Julia hasste solche Tage. Morgens schon gleich mal verschlafen, gerade noch rechtzeitig zur Vorlesung erschienen, die sich als superlangweilig herausstellte und die Frage aufwarf, warum sie nicht gleich im Bett geblieben ist. Im Anschluss hatte sie dieses wichtige Gespräch mit dem Prof über die Abschlussarbeit. Nach anfänglichem Zögern konnte sie ihn doch von ihrem Thema überzeugen. Ein kleiner Erfolg! Gutgelaunt hetzte sie dann zum Cafe, wo sie sich mit einer Freundin zu einem Kaffee Latte Crema traf. Wieso hatte sie sich eigentlich beeilt, wo doch ihre Freundin - wie nicht anders zu erwarten – zu spät kam? Gleich nach der Bestellung kam der erste Anruf. Stöhn! Nach dem dritten Anruf hatte sie es endlich geschafft das Handy abzuschalten. Warum auch alle immer was von ihr wollen? Die Stunde verging viel zu schnell. Die Nachmittagsvorlesungen standen an. Oh man, manche Dozenten können sich so geschwollen, unverständlich ausdrücken und machen das Zuhören zur Tortur. Völlig erledigt kam Julia zu Hause an, um festzustellen, dass nur noch eine Stunde Zeit blieb bis zum Hauskreis. Ach ja und mit Abwasch wäre sie diese Woche auch noch dran gewesen.

Wie sagt man so schön: Besondere Situationen erfordern besondere Lösungen. Julia kam pünktlich zum Hauskreis, allerdings ohne Vorbereitung. Ihr Leben machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Es gibt eben solche Tage. Während die anderen sich gerade begrüßten, kam ihr zum ersten Mal der Gedanke, dass ihre Situation nicht blöd ist, sondern sogar eine Chance. Ging es nicht oft den anderen auch so? Rastlosigkeit und Geschäftigkeit nehmen einen gefangen. Oft regieren nur Stress und Hektik. Stille wäre jetzt nötig, aber wir kommen so selten dazu. Lag darin vielleicht die Gelegenheit? Die anderen waren schon gespannt auf Julias Beitrag. Sie fing einfach an, von ihrem Tag zu erzählen, von ihrer Geschäftigkeit, dem Trubel, der sie schon fast das erfolgreiche Gespräch mit ihrem Prof vergessen ließ. Julia spürte, wie die anderen sich in ihrem Tag wiederfanden. Lass uns doch einfach jetzt eine Zeit der Stille haben und auf Gott hören, schlug sie vor, was sogleich Zustimmung fand, denn den anderen wurde klar, dass sie eigentlich alle Sehnsucht nach Ruhe hatten! Sie lässt sich in unseren Tagen immer schwerer finden, weil Lärm, Hektik, Verpflichtungen und die vielen Termine sie von außen bedrohen, die ersehnte Stille. Und was passierte, überraschte Julia. Während der ersten Minuten fiel es ihr schwer einfach mal nichts zu tun und nichts zu denken, sondern sich auf Gott zu konzentrieren. Sie wurde schon ungeduldig, bis sie verstand, dass sie sich entspannen und Gott die Zeit überlassen musste. Mit der Zeit wurde sie immer ruhiger und die Stille tat ihr gut. Ihr kam nun der Psalm 23 in den Sinn. Sie schlug ihre Bibel auf und las den Psalm laut vor. Er berührte sie. Gott ist mein Hirte. Er führt mich zu den frischen Wasserbächen. Gehen wir mit? Ist es nicht oft so, dass wir in unserer Hektik kein Ohr mehr für Gott haben und so auch die Auen (übertragen: die Stille) verpassen, die uns so gut tun würden? Alle gingen gestärkt aus dieser Zeit. Wie können wir Stille in unseren Alltag bringen? Julia gab allen diese Frage mit nach Hause.

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Das Jahr der Stille

September 16, 2009 · 3 Kommentare

Ich möchte euch auf ein sehr cooles Projekt aufmerksam machen und zwar das „Jahr der Stille: Gottes Lebensrhythmus entdecken.“

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Das „Jahr der Stille 2010“ will helfen, Balance zu finden. Ein gesundes Gleichgewicht
zwischen Arbeit und Ruhe. Gottes faszinierenden Lebensrhythmus entdecken, den er
selbst in uns angelegt hat. Neue Impulse bekommen über das fruchtbare Wechselspiel
von Aktion und Stille. Stille einbauen lernen in den ganz normalen Alltag von Beruf,
Familie und Gemeinde. Beginn ist im Advent 2009.

Ziele des Projektes sind:

  • Gott in der Stille suchen. In ihm ruhen und sich gelassen an seiner Gegenwart freuen.
  • Gott im Gebet begegnen und achtsam sein Wort lesen.
  • Eine Neujustierung vornehmen für eine gesunde Balance zwischen Ruhe und Aktion
  • Stille-Zeiten, Retraiten und Fastenangebote neu entdecken
  • Hilfreiche Muster erlernen und sich austauschen über Erfahrungen mit der Stille.
  • Stille-Elemente einbauen in den Alltag von Familie, Beruf und Gemeinde
  • Als Leitungs- und Mitarbeiterkreise endtecken, wie Entscheidungen aus dem Hören auf Gott getroffen werden.

Ich will mich aktiv an der Aktion beteiligen und würde mich freuen, wenn viele im nächsten Jahr mitmachen, Stille in ihrem Leben zu integrieren, denn …

Stille ist etwas Gutes.
Aber wir kommen so selten dazu.

Arbeit und Stille gehören zusammen.
Aber oft regieren nur Stress und Hektik.

Eigentlich sind wir dafür.

Aber insgeheim laufen wir davor weg.

Hier gibt es noch eine Geschichte zum Thema Stille zu lesen.

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Lehrmaterial für Jugendgruppen

August 26, 2009 · Kommentar schreiben

Ich habe mir letztes Jahr viele Gedanken gemacht wie Jugendgruppen/Teeniekreisen und jungen Erwachsenen lehrmäßig geholfen werden kann. Oftmals mangelt es nicht an Ideen und Wünschen, sondern an der Zeit sich angemessen darauf vorzubereiten. Deshalb entsteht ein großer Bedarf nach geeignetem Lehrmaterial. „Habt ihr Lehrmaterial für mich?“ oder „Kannst du mir was empfehlen?“, bekommt man zu hören. Dem wollte ich abhilfe verschaffen und habe EXERCISE entwickelt. Das Anliegen des Lehrserie EXERCISE ist es, Menschen (im besonderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen) eine praxisrelevante auf die Bibel bezogene Lebensgrundlage zu geben und sie für ein aktiv-gestaltendes Leben in der Gesellschaft zu befähigen.

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Ich hoffe euer Interesse geweckt zu haben. Meldet euch einfach bei mir per mail. Mehr Informationen gibt es auf brotvermehrung.de.

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Die Hochzeit von Kana

Juli 28, 2009 · 2 Kommentare

John 2:1-12 ELB Und am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war dort.  2 Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen.  3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.  4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.  5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen mag, tut!  6 Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß faßte.  7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben an.  8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es.  9 Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war – und er wußte nicht, woher er war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es – ruft der Speisemeister den Bräutigam  10 und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie betrunken geworden sind, dann den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.  11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.  12 Danach ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger; und dort blieben sie nicht viele Tage.

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1. Jesus und seine Familie

Wir lesen hier von einem kleinen, oder vielleicht auch größeren, Konflikt zwischen Jesus und seiner Mutter. Die Anrede „Frau“ war zwar respektvoll, ähnlich wie Madame, doch wohl kaum üblich der eigenen Mutter gegenüber. Jesus schafft mit dieser Anrede Distanz zwischen sich und seiner Mutter. Jesus vermeidet den Mutter-Namen. Und er gebraucht eine Wendung („Was habe ich mit dir zu schaffen“ oder  „was geht es dich an, was ich tue“) die eine harsche Zurechtweisung ist. Es handelt sich um eine hebräische Formel, die Getrenntsein ausdrückt. Warum gerät Jesus hier außer sich? Jesus erfährt hier die Urversuchung, nämlich von Menschen beeinflusst und gedrängt zu werden. Neben seinen Jüngern ist es vor allem seine Familie, die ihn zu beeinflussen versucht. Das berichten die Evangelien an unterschiedlichen Stellen. Jesus musste sich von seiner Familie losboxen. Ihr Erwartungen wollte und konnte er nicht erfüllen, denn sie standen nicht im Einklang mit seiner Berufung. Es ist so wichtig, dass wir wissen zu was wir geboren sind. Das kann zum Konflikt mit seinen Eltern führen. Jesus hat das vierte Gebot hochgehalten, aber seine Familie regierte nicht sein Leben.  Jesu Mutter musste seinen Weg akzeptieren.

2. Jesus und die Bedeutung von Wein

Wein hat im AT besondere Bedeutungen. Wein ist eine Gabe des göttlichen Segen (1Mo 14,18). Wein ist aber auch ein Zeichen der messianischen Heilszeit (Jes 25,6; Ho 2,23-24; Sach 8,11-12). Vom Messias wird in 1Mose 49,11-12 geschrieben: An den Weinstock bindet er sein Eselsfüllen, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Kleid und im Blut der Trauben sein Gewand;  die Augen sind dunkel von Wein und weiß die Zähne von Milch.“ Jesus hat an diese Verheißungen angeknüpft. Er erzählt selbst das Gleichnis vom Weinstock, darin ist er der Weinstock und seine Nachfolge die Reben; dann noch das  Abendmahl, bei dem der Wein für sein Blut steht. Wenn Jesus Wein beschaffen könnte, wäre das wohl ein Zeichen für den Messias. Und: Mose gab dem Volk zu trinken (2Mo 17,6); musste der Messias als zweiter Mose (5Mo 18,15) nicht ähnliches tun?

3. Die Bedeutung der „Stunde“

Vermutlich kannte Maria die Bedeutung von Wein und wusste was für ein Zeichen es sein könnte, wenn Jesus jetzt ein Wunder bewirken würde. Maria wusste um die Identität von Jesus. Maria wusste, dass Jesus der Messias ist und Wunder tun kann. Der Engel war ihr erschienen und später auch Josef. Mit wem sie dieses Erlebnis geteilt hat? Josef war tot- sie war die einzigste Engelzeugin. Von  den Propheten bestätigt glaubte sie wohl an Kraft in Jesus.  Doch Jesus verweist auf die „Stunde.“ Die Wendung „meine Stunde“ ist eine Anspielung auf das Kreuz. Auch hier handelte es sich um die „Stunde“, die Gott für sein Werk bestimmt hat. Ein von Menschen gesteuerter Messias wäre kein Christus mehr. Das richtige zur falschen Zeit getan ist ebenso ein Verstoß gegen den Willen de Vaters, wie das Falsche  zur rechten Zeit. Und das gilt auch heute noch für uns. Jesus hat nicht aufgehört Messias zu sein. Seine Stunde ist entscheidet – nicht unsere. Wir können Gott nicht zwingen. Wir können ihm unser Herz hingeben oder noch besser unser Herz von ihm leiten lassen, aber letztlich endscheidet er. Und dennoch bringt es etwas ihn zu bitten, denn Gott ist kein Diktator. Immer wieder haben Menschen versucht die Stunde festzulegen, wann Jesus wiederkommt oder die Vorwegnahme der Errichtung des Gottesreiches.

Was macht Maria? Sie zickt nicht herum oder versucht ihn zu manipulieren – würde auch nicht den Erfolg bringen, sondern sie erkennt, dass sein Wort zählt. „Was er euch sagen mag, tut!“ Sie gibt ihm recht und fügt sich seinem Willen. Und in dem behält sie ihren Glauben und sollte bestätigt werden. „Was er euch sagen mag, tut!“ gilt auch uns. Viel kürzer und prägnanter könnte man es kaum sagen.

4. Was das Wunder verdeutlicht!

1006147_94036480Dieses Wunder ist ein fantastisch symbolisches Ereignis. Und das in vielfältiger Weise:

  • Der Wundertäter Jesus kam und übernatürliche Zeichen begleiteten seinen Dienst, ja sein gesamtes Leben. Er lebte von Anfang an ein übernatürliches Leben.
  • Wein als Zeichen für die messianische Zeit:  Wie schon im AT handelt und zeigt Gott sich durch Zeichen. Und in Verbindung mit Wein könnten die Leute erkannt haben, wen sie vor sich haben. Ein Zeichen, dass eine neue Zeit einleitet. Jesus verdeutlicht: Ich bin hier. Ich bin der Messias. Ich bin es. Seht her, ja, ich bin es. Meine Zeit ist jetzt gekommen. Ich bin hier, den auf den ihr wartet. Und dennoch sagt Jesus es am Anfang nicht deutlich. Man könnte dieses Zeichen auch anders interpretieren. Er lässt die Entscheidung bei den Menschen.
  • Neuschöpfung: Jesus schuf etwas Neues. Jesus ist auf der Erde; das bedeutet: ich schaffe etwas Neues. Mit Jesus beginnt nicht nur eine neue Zeit, sondern ein Neues. Jesus startete eine Bewegung, die nicht aufzuhalten ist. Das Reich Gottes ist da; in Jesus ist es hier.
  • Fülle: Bei Jesus gibt es Leben in Fülle. Jesu Wunder brachte sehr guten Wein hervor; er gibt Freude; hilft dem Bräutigam aus der Not. Jesus setzt ein Zeichen für Leben, Freude. Das zeigt: Jesus liebt das Leben. Er will uns ein gutes Leben schenken. Später wird er sagen: John 10:10 „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ In Kana veranschaulicht Jesus das gleich.

5. Was das Wunder bewirkte!

  • Offenbarungszeichen: Jesus offenbarte sich. Er machte sich erfahrbar. Der Messias zeigt sich.
  • Vertrauen wird gebaut: Es heißt, dass seine Jünger ihm glaubten. Sein Zeichen schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen muss nun wachsen. Aber es ist ein Anfang. Wenn ich Jesus erlebe sollte das Vertrauen fördern. Und das ist was Jesus will, dass wir ihm anfnagen zu vertrauen.

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Identifikation mit deinem Wohnort

Juli 18, 2009 · 8 Kommentare

1084476_12911379Ich wurde geboren. An einem Ort, den ich mir nicht ausgesucht habe, der mich aber fortan immer begleiten wird. Er steht in meinem Personalausweis, auf unzähligen Formularen und Anträge, die ich ausfüllen musste… – ich kann ihn nicht leugnen. Schon recht früh bin ich umgezogen oder besser gesagt, ich wurde umgezogen. Meine Eltern haben das so entschieden und ich durfte mitgehen. Jeder Ort wurde Teil meines Lebenslaufs, ist verbunden mit Menschen, Gebäuden, Erlebnissen, besonderen Momenten.  Jahr später, ein erwachsener Mann, habe ich zum ersten Mal selbst entschieden umzuziehen. Der Zeitpunkt war gekommen, heraus aus dem Elternhaus in eine neue Welt, die es zu entdecken galt. Ich bin nicht weggezogen weil mir mein Dorf nicht gefallen hat. Verlässt man so einfach seine Heimat? Es war Zeit zu gehen, dass spürte ich. An keinen Ort habe ich mir wirklich viele Gedanken über den Ort selbst gemacht. Ich lebte halt dort, weil meine Eltern dort lebten, weil ich dort Freunde gefunden hatte, weil ich dort meine Ausbildung machte, dort arbeitete… Mit der Zeit habe ich realisiert wie ein Ort mich prägen kann. Jede Stadt/Dorf hat seine eigene Kultur. Ich fing an darüber nachzudenken. Was gefällt mir hier? Was finde ich zum kotzen? Bin ich Stolz auf meine Stadt und warum? Wie will ich mich am gesellschaftlichen Leben beteiligen? Wo will ich mitgestalten? Ich fing an mich mit meiner Stadt auseinanderzusetzen. Was will Gott hier? Was denkt er über meine Stadt? Diese Gedanken führten mich ins Gebet und meine Identifikation mit der Stadt wuchs.

Es braucht Menschen, die sich mit ihrer Stadt identifizieren könne, denn erst dann fangen sie an sie mitzugestalten! Ich bin vielen Menschen begegnet, die leben in ihrer Stadt und doch beteiligen sie sich nicht an ihr. Sie haben sich ihre eigene kleine Umgebung (Welt) aufgebaut in der sie sich bewegen. Sie pendeln zwischen Wohnung, Garten, Arbeitsplatz und Discounter. Bei vielen Christen ist es ähnlich. Bei ihnen kommt halt noch die Kirche dazu. Sie engagieren sich dort und ihre Gedanken drehen sich um sie. Wie kann die Gemeinde wachsen? Was sollten wir noch tun? Begegnungen mit der Stadt entstehen, wenn Menschen aus der Stadt es wagen zu ihnen zu kommen. Manche Mutige wagen sich sogar raus, aber nur aus legitimierten Gründen wie Evangelisation. Im Zentrum steht die Gemeinde. Aber was wäre wenn im Zentrum die Stadt stehen würde? Dann würden wir uns fragen: Was braucht die Stadt und damit die Menschen, die dort leben? Und was können und wollen wir als Gemeinschaft von Christen dazu beitragen?

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Geistliches Zuhause

Juli 10, 2009 · Kommentar schreiben

way 633964_83417366Sie sind ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Sie laden sich die Predigten von ihren Topprediger herunter, gehen unregelmäßig in den quasi anonymen Gottesdienst ihrer Gemeinde, wobei es in der letzten Zeit bei einer anderen Gemeinde auch ganz gut abgeht. An Feiertagen ziehen sie lieber was Traditionelleres vor, denn die wilden, lauten Freikirchen sind zu wenig meditativ. Ach ja, zweimal im Jahr sieht man sie auch auf größeren Treffen den Konferenzen mit den angesagtesten Redner der christlichen Szene. Wobei es ihnen nach dem ersten Tag langweilig wird, doch was tut man nicht alles, um geistliche Nahrung zu bekommen. Man will sehen und gesehen werden; will nehmen, aber nicht geben; will andere kennenlernen, sich aber nicht anvertrauen; will kurze, effektive Gebete, aber keine langwierigen, schmerzhaften Prozesse. Sie sind ständig unterwegs, ohne Wurzeln. Es gefällt ihnen dort bei denen, doch es könnte ja woanders viel besser sein. Ständig auf der Suche, doch nach was? Wollen sie wirklich finden, oder gefällt es ihnen eigentlich genau so? Sie sind gegen Enge. Sie wollen reden, sich mitteilen, Verständnis erfahren und die Zeit vergeht und sie sind immer noch unterwegs.

Jesus-Nachfolger (Christen) brauchen ein geistliches Zuhause. Einen Ort an dem sie sein können und nicht den hippen, coolen, progressiven Typen abgeben müssen. Einen Ort an dem sie Annahme, Geborgenheit, Auferbauung, aber auch Korrektur erfahren. Einen Ort an dem sie sich mitteilen, in ihr Leben blicken lassen, beichten und mit ihren Kämpfen nicht alleine bleiben. Einen Ort an dem sie ihre Fragen stellen können, ohne dumm angeschaut zu werden. Einen Ort mit Raum für Zweifeln. Einen Ort, an dem die Schönheit des Lebens zelebriert wird. Einen Ort, der nicht alle Antworten kennt. Einen Ort, der sie vor Oberflächlichkeit bewahrt. Doch genau das fordert sie so heraus, denn sie sind so gerne ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Und du?

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Kritik an der Bibel

Juni 25, 2009 · Kommentar schreiben

Wir Menschen sind ziemlich schnell und gut im Kritik äußern, vor allem wenn es um andere geht. Selbstkritik üben oder sich gar von anderen kritiseren zu lassen fällt uns dagegen schwer, obwohl es uns, wenn die Kritik ernst und aus lauteren Motiven kommt, gut tun würde. Besonders Menschen die polarisieren und kräftig austeilen sehen sich Kritik ausgesetzt. Zurecht?

Auch die Bibel mit ihren Anspruch Gottes Wort zu sein, ist von vielen Seiten Kritik ausgesetzt. Man mag es ja verstehen, wenn Menschen, die nicht an Gott glauben, ihre Mühe mit der Bibel haben, doch wenn selbst weite Teile von Bibelforschern Kritik zu einem Prinzip der Bibelauslegunng macht, dann geht das am Selbstanspruch der Bibel vorbei. Ich halte es da eher mit Klaus Berger:

„Nicht wir kritisieren den Text und rücken ihn für unsere Bedürfnisse zurecht, der Text kritisiert uns.“ Klaus Berger, Jesus, S.14.

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