Martin Preisendanz

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Jahr der Stille 2010: Zitate

November 28, 2009 · 1 Kommentar

Seit dem ersten Advent (29.11.2009) läuft das Jahr der Stille. Das Anliegen dahinter ist es Menschen dazu zu motivieren, einen Mentalitätswechsel durchzuführen. Nicht „Stille“ in der Hektik des Alltags zu „machen“, sondern aus ihr zu leben und aus einer veränderten Haltung heraus dem Alltag zu begegnen. Ich werde hier auf meinem Blog immer wieder Impuls dazu schreiben. Heute liste ich einige Zitate auf, die sich mit dem Thema Stille beschäftigen.

„Zeiten der Stille, sind Zeiten mit und für Gott. So kommt man in Gott zur Ruhe, erspürt etwas von der Stille der Ewigkeit.“ Afschin Kamrani, (*1968), Webdesigner

„Wir fürchten die Stille, weil wir dann unsere innere Stimme hören könnten.“ Pascal Lachenmeier, (*1973), Schweizer Jurist

„Wenn du dir die Zeit nimmst, um die Stille zu hören, wirst du viele Entdeckungen machen.“ Verfasser unbekannt

„Wir brauchen die Stille, um Herzen anrühren zu können.“ (Agnes Gonxha Bojaxhiu) Mutter Teresa

„Stille ist nicht müdes Warten, sondern innerstes Wachsein.“ Hanna Hümmer

„Was in der Stille auf uns einwirkt, das wirkt sich auch auf uns aus – und auf andere um uns herum.“ Peter Hahne, Moderator

„Stille ist keine Methode, sondern eine Lebenseinstellung.Peter Hahne, Moderator

„Alle Theologie ist ein Stillewerden vor Gott.“ Friedrich von Bodelschwingh, evangelischer Theologe und Hilfswerkgründer

„Vielleicht hilft uns die Stille mehr als alles andere zu der Einsicht, dass Gott uns rechtfertigen und die Dinge unseres Lebens in Ordnung bringen kann.“ Richard J. Foster, amerkanischer Theologe und Autor

Wenn ihr auf hier klickt, kommt ihr zu einer Geschichte zum Thema Stille, die ich geschrieben habe.

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Geschichte zum Jahr der Stille: Julias Tag

Oktober 13, 2009 · 1 Kommentar

Diese folgendene Geschichte habe ich für die neuste klartext-Ausgabe, der Bibellesezeitschrift des Bibellesebunds für junge Erwachsene, geschrieben. Damit beteilige ich mich auch am Jahr der Stille. Die Geschichte ist zudem Ausdruck meines Anliegens Theologie (theologische Inhalte) narrativ, also erzählend, zu vermitteln. Gefällt sie euch?

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Eine Stunde noch! Wie sollte sie das alles noch erledigen? Duschen, essen, E-mail an den Prof schreiben, sich mit einer Studienkollegien wegen des morgigen Vortrags abstimmen und dann noch den Hauskreis vorbereiten. Stress pur. Julia hasste solche Tage. Morgens schon gleich mal verschlafen, gerade noch rechtzeitig zur Vorlesung erschienen, die sich als superlangweilig herausstellte und die Frage aufwarf, warum sie nicht gleich im Bett geblieben ist. Im Anschluss hatte sie dieses wichtige Gespräch mit dem Prof über die Abschlussarbeit. Nach anfänglichem Zögern konnte sie ihn doch von ihrem Thema überzeugen. Ein kleiner Erfolg! Gutgelaunt hetzte sie dann zum Cafe, wo sie sich mit einer Freundin zu einem Kaffee Latte Crema traf. Wieso hatte sie sich eigentlich beeilt, wo doch ihre Freundin - wie nicht anders zu erwarten – zu spät kam? Gleich nach der Bestellung kam der erste Anruf. Stöhn! Nach dem dritten Anruf hatte sie es endlich geschafft das Handy abzuschalten. Warum auch alle immer was von ihr wollen? Die Stunde verging viel zu schnell. Die Nachmittagsvorlesungen standen an. Oh man, manche Dozenten können sich so geschwollen, unverständlich ausdrücken und machen das Zuhören zur Tortur. Völlig erledigt kam Julia zu Hause an, um festzustellen, dass nur noch eine Stunde Zeit blieb bis zum Hauskreis. Ach ja und mit Abwasch wäre sie diese Woche auch noch dran gewesen.

Wie sagt man so schön: Besondere Situationen erfordern besondere Lösungen. Julia kam pünktlich zum Hauskreis, allerdings ohne Vorbereitung. Ihr Leben machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Es gibt eben solche Tage. Während die anderen sich gerade begrüßten, kam ihr zum ersten Mal der Gedanke, dass ihre Situation nicht blöd ist, sondern sogar eine Chance. Ging es nicht oft den anderen auch so? Rastlosigkeit und Geschäftigkeit nehmen einen gefangen. Oft regieren nur Stress und Hektik. Stille wäre jetzt nötig, aber wir kommen so selten dazu. Lag darin vielleicht die Gelegenheit? Die anderen waren schon gespannt auf Julias Beitrag. Sie fing einfach an, von ihrem Tag zu erzählen, von ihrer Geschäftigkeit, dem Trubel, der sie schon fast das erfolgreiche Gespräch mit ihrem Prof vergessen ließ. Julia spürte, wie die anderen sich in ihrem Tag wiederfanden. Lass uns doch einfach jetzt eine Zeit der Stille haben und auf Gott hören, schlug sie vor, was sogleich Zustimmung fand, denn den anderen wurde klar, dass sie eigentlich alle Sehnsucht nach Ruhe hatten! Sie lässt sich in unseren Tagen immer schwerer finden, weil Lärm, Hektik, Verpflichtungen und die vielen Termine sie von außen bedrohen, die ersehnte Stille. Und was passierte, überraschte Julia. Während der ersten Minuten fiel es ihr schwer einfach mal nichts zu tun und nichts zu denken, sondern sich auf Gott zu konzentrieren. Sie wurde schon ungeduldig, bis sie verstand, dass sie sich entspannen und Gott die Zeit überlassen musste. Mit der Zeit wurde sie immer ruhiger und die Stille tat ihr gut. Ihr kam nun der Psalm 23 in den Sinn. Sie schlug ihre Bibel auf und las den Psalm laut vor. Er berührte sie. Gott ist mein Hirte. Er führt mich zu den frischen Wasserbächen. Gehen wir mit? Ist es nicht oft so, dass wir in unserer Hektik kein Ohr mehr für Gott haben und so auch die Auen (übertragen: die Stille) verpassen, die uns so gut tun würden? Alle gingen gestärkt aus dieser Zeit. Wie können wir Stille in unseren Alltag bringen? Julia gab allen diese Frage mit nach Hause.

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September 8, 2009 · Kommentar schreiben

Was ist wichtig im Leben?
Menschen aus Magdeburg und der Welt erzählen aus ihrer eigenen Sicht was ihnen wichtig im Leben erscheint.

Sehr coole Inspiration und Momentaufnahme aus einer Stadt, die ich irgendwie mag.

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Die Hochzeit von Kana

Juli 28, 2009 · 2 Kommentare

John 2:1-12 ELB Und am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war dort.  2 Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen.  3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein.  4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.  5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagen mag, tut!  6 Es waren aber sechs steinerne Wasserkrüge dort aufgestellt nach der Reinigungssitte der Juden, wovon jeder zwei oder drei Maß faßte.  7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben an.  8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es.  9 Als aber der Speisemeister das Wasser gekostet hatte, das Wein geworden war – und er wußte nicht, woher er war, die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es – ruft der Speisemeister den Bräutigam  10 und spricht zu ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie betrunken geworden sind, dann den geringeren; du hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.  11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.  12 Danach ging er hinab nach Kapernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger; und dort blieben sie nicht viele Tage.

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1. Jesus und seine Familie

Wir lesen hier von einem kleinen, oder vielleicht auch größeren, Konflikt zwischen Jesus und seiner Mutter. Die Anrede „Frau“ war zwar respektvoll, ähnlich wie Madame, doch wohl kaum üblich der eigenen Mutter gegenüber. Jesus schafft mit dieser Anrede Distanz zwischen sich und seiner Mutter. Jesus vermeidet den Mutter-Namen. Und er gebraucht eine Wendung („Was habe ich mit dir zu schaffen“ oder  „was geht es dich an, was ich tue“) die eine harsche Zurechtweisung ist. Es handelt sich um eine hebräische Formel, die Getrenntsein ausdrückt. Warum gerät Jesus hier außer sich? Jesus erfährt hier die Urversuchung, nämlich von Menschen beeinflusst und gedrängt zu werden. Neben seinen Jüngern ist es vor allem seine Familie, die ihn zu beeinflussen versucht. Das berichten die Evangelien an unterschiedlichen Stellen. Jesus musste sich von seiner Familie losboxen. Ihr Erwartungen wollte und konnte er nicht erfüllen, denn sie standen nicht im Einklang mit seiner Berufung. Es ist so wichtig, dass wir wissen zu was wir geboren sind. Das kann zum Konflikt mit seinen Eltern führen. Jesus hat das vierte Gebot hochgehalten, aber seine Familie regierte nicht sein Leben.  Jesu Mutter musste seinen Weg akzeptieren.

2. Jesus und die Bedeutung von Wein

Wein hat im AT besondere Bedeutungen. Wein ist eine Gabe des göttlichen Segen (1Mo 14,18). Wein ist aber auch ein Zeichen der messianischen Heilszeit (Jes 25,6; Ho 2,23-24; Sach 8,11-12). Vom Messias wird in 1Mose 49,11-12 geschrieben: An den Weinstock bindet er sein Eselsfüllen, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Kleid und im Blut der Trauben sein Gewand;  die Augen sind dunkel von Wein und weiß die Zähne von Milch.“ Jesus hat an diese Verheißungen angeknüpft. Er erzählt selbst das Gleichnis vom Weinstock, darin ist er der Weinstock und seine Nachfolge die Reben; dann noch das  Abendmahl, bei dem der Wein für sein Blut steht. Wenn Jesus Wein beschaffen könnte, wäre das wohl ein Zeichen für den Messias. Und: Mose gab dem Volk zu trinken (2Mo 17,6); musste der Messias als zweiter Mose (5Mo 18,15) nicht ähnliches tun?

3. Die Bedeutung der „Stunde“

Vermutlich kannte Maria die Bedeutung von Wein und wusste was für ein Zeichen es sein könnte, wenn Jesus jetzt ein Wunder bewirken würde. Maria wusste um die Identität von Jesus. Maria wusste, dass Jesus der Messias ist und Wunder tun kann. Der Engel war ihr erschienen und später auch Josef. Mit wem sie dieses Erlebnis geteilt hat? Josef war tot- sie war die einzigste Engelzeugin. Von  den Propheten bestätigt glaubte sie wohl an Kraft in Jesus.  Doch Jesus verweist auf die „Stunde.“ Die Wendung „meine Stunde“ ist eine Anspielung auf das Kreuz. Auch hier handelte es sich um die „Stunde“, die Gott für sein Werk bestimmt hat. Ein von Menschen gesteuerter Messias wäre kein Christus mehr. Das richtige zur falschen Zeit getan ist ebenso ein Verstoß gegen den Willen de Vaters, wie das Falsche  zur rechten Zeit. Und das gilt auch heute noch für uns. Jesus hat nicht aufgehört Messias zu sein. Seine Stunde ist entscheidet – nicht unsere. Wir können Gott nicht zwingen. Wir können ihm unser Herz hingeben oder noch besser unser Herz von ihm leiten lassen, aber letztlich endscheidet er. Und dennoch bringt es etwas ihn zu bitten, denn Gott ist kein Diktator. Immer wieder haben Menschen versucht die Stunde festzulegen, wann Jesus wiederkommt oder die Vorwegnahme der Errichtung des Gottesreiches.

Was macht Maria? Sie zickt nicht herum oder versucht ihn zu manipulieren – würde auch nicht den Erfolg bringen, sondern sie erkennt, dass sein Wort zählt. „Was er euch sagen mag, tut!“ Sie gibt ihm recht und fügt sich seinem Willen. Und in dem behält sie ihren Glauben und sollte bestätigt werden. „Was er euch sagen mag, tut!“ gilt auch uns. Viel kürzer und prägnanter könnte man es kaum sagen.

4. Was das Wunder verdeutlicht!

1006147_94036480Dieses Wunder ist ein fantastisch symbolisches Ereignis. Und das in vielfältiger Weise:

  • Der Wundertäter Jesus kam und übernatürliche Zeichen begleiteten seinen Dienst, ja sein gesamtes Leben. Er lebte von Anfang an ein übernatürliches Leben.
  • Wein als Zeichen für die messianische Zeit:  Wie schon im AT handelt und zeigt Gott sich durch Zeichen. Und in Verbindung mit Wein könnten die Leute erkannt haben, wen sie vor sich haben. Ein Zeichen, dass eine neue Zeit einleitet. Jesus verdeutlicht: Ich bin hier. Ich bin der Messias. Ich bin es. Seht her, ja, ich bin es. Meine Zeit ist jetzt gekommen. Ich bin hier, den auf den ihr wartet. Und dennoch sagt Jesus es am Anfang nicht deutlich. Man könnte dieses Zeichen auch anders interpretieren. Er lässt die Entscheidung bei den Menschen.
  • Neuschöpfung: Jesus schuf etwas Neues. Jesus ist auf der Erde; das bedeutet: ich schaffe etwas Neues. Mit Jesus beginnt nicht nur eine neue Zeit, sondern ein Neues. Jesus startete eine Bewegung, die nicht aufzuhalten ist. Das Reich Gottes ist da; in Jesus ist es hier.
  • Fülle: Bei Jesus gibt es Leben in Fülle. Jesu Wunder brachte sehr guten Wein hervor; er gibt Freude; hilft dem Bräutigam aus der Not. Jesus setzt ein Zeichen für Leben, Freude. Das zeigt: Jesus liebt das Leben. Er will uns ein gutes Leben schenken. Später wird er sagen: John 10:10 „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“ In Kana veranschaulicht Jesus das gleich.

5. Was das Wunder bewirkte!

  • Offenbarungszeichen: Jesus offenbarte sich. Er machte sich erfahrbar. Der Messias zeigt sich.
  • Vertrauen wird gebaut: Es heißt, dass seine Jünger ihm glaubten. Sein Zeichen schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen muss nun wachsen. Aber es ist ein Anfang. Wenn ich Jesus erlebe sollte das Vertrauen fördern. Und das ist was Jesus will, dass wir ihm anfnagen zu vertrauen.

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Geistliches Zuhause

Juli 10, 2009 · Kommentar schreiben

way 633964_83417366Sie sind ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Sie laden sich die Predigten von ihren Topprediger herunter, gehen unregelmäßig in den quasi anonymen Gottesdienst ihrer Gemeinde, wobei es in der letzten Zeit bei einer anderen Gemeinde auch ganz gut abgeht. An Feiertagen ziehen sie lieber was Traditionelleres vor, denn die wilden, lauten Freikirchen sind zu wenig meditativ. Ach ja, zweimal im Jahr sieht man sie auch auf größeren Treffen den Konferenzen mit den angesagtesten Redner der christlichen Szene. Wobei es ihnen nach dem ersten Tag langweilig wird, doch was tut man nicht alles, um geistliche Nahrung zu bekommen. Man will sehen und gesehen werden; will nehmen, aber nicht geben; will andere kennenlernen, sich aber nicht anvertrauen; will kurze, effektive Gebete, aber keine langwierigen, schmerzhaften Prozesse. Sie sind ständig unterwegs, ohne Wurzeln. Es gefällt ihnen dort bei denen, doch es könnte ja woanders viel besser sein. Ständig auf der Suche, doch nach was? Wollen sie wirklich finden, oder gefällt es ihnen eigentlich genau so? Sie sind gegen Enge. Sie wollen reden, sich mitteilen, Verständnis erfahren und die Zeit vergeht und sie sind immer noch unterwegs.

Jesus-Nachfolger (Christen) brauchen ein geistliches Zuhause. Einen Ort an dem sie sein können und nicht den hippen, coolen, progressiven Typen abgeben müssen. Einen Ort an dem sie Annahme, Geborgenheit, Auferbauung, aber auch Korrektur erfahren. Einen Ort an dem sie sich mitteilen, in ihr Leben blicken lassen, beichten und mit ihren Kämpfen nicht alleine bleiben. Einen Ort an dem sie ihre Fragen stellen können, ohne dumm angeschaut zu werden. Einen Ort mit Raum für Zweifeln. Einen Ort, an dem die Schönheit des Lebens zelebriert wird. Einen Ort, der nicht alle Antworten kennt. Einen Ort, der sie vor Oberflächlichkeit bewahrt. Doch genau das fordert sie so heraus, denn sie sind so gerne ständig unterwegs – ohne Wurzeln. Und du?

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Kritik an der Bibel

Juni 25, 2009 · Kommentar schreiben

Wir Menschen sind ziemlich schnell und gut im Kritik äußern, vor allem wenn es um andere geht. Selbstkritik üben oder sich gar von anderen kritiseren zu lassen fällt uns dagegen schwer, obwohl es uns, wenn die Kritik ernst und aus lauteren Motiven kommt, gut tun würde. Besonders Menschen die polarisieren und kräftig austeilen sehen sich Kritik ausgesetzt. Zurecht?

Auch die Bibel mit ihren Anspruch Gottes Wort zu sein, ist von vielen Seiten Kritik ausgesetzt. Man mag es ja verstehen, wenn Menschen, die nicht an Gott glauben, ihre Mühe mit der Bibel haben, doch wenn selbst weite Teile von Bibelforschern Kritik zu einem Prinzip der Bibelauslegunng macht, dann geht das am Selbstanspruch der Bibel vorbei. Ich halte es da eher mit Klaus Berger:

„Nicht wir kritisieren den Text und rücken ihn für unsere Bedürfnisse zurecht, der Text kritisiert uns.“ Klaus Berger, Jesus, S.14.

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Sven on tour

Juni 9, 2009 · Kommentar schreiben

Folgende Geschichte habe ich für klartext gerschreiben. Als überzeugter Vertreter narrativer (erzählender) Vermittlung auch von Glaubensthemen, hier nun eine Geschichte, in der es um einen Zugang zu Gott geht, den Zugang über seine Schöpfung:

Sven ging es nicht so gut und das schon seit einigen Wochen. Langsam schlich sich Frust in sein Leben zu ein. Auslöser war die aktuelle Situation auf Arbeit gewesen. Die schlechte Auftragslage traf auch die Firma, für die er arbeitete. Als Abteilungsleiter musste er schon einen seiner Kollegen entlassen, was ihm ziemlich zusetzte. Außerdem kämpfte seine Abteilung immer wieder mit technischen Problemen. Immer mürrischer begegnete er fortan seinen Mitarbeitern, die ebenfalls angespannt und nicht weniger gut gelaunt waren. Selbst seine Jesus-Zeiten verliefen schleppend, wenn er sich dann mal Zeit für Jesus nahm. Die Bibel sprach nicht mehr zu ihm, beten kam eher dem Reden mit der Wand gleich und auch sonst fühlte sich Gott weit weg an. Immer öfter kreisten seine Gedanken über die gesamte Situation, ob er denn was falsch machte und was er daran ändern konnte.

Wald 385430_7396Es konnte so nicht weitergehen. Sven musste einfach mal raus – raus aus seinem Dorf, hinein in ein Abenteuer. Dem Rat eines Freundes folgend packte er am Wochenende, etwas skeptisch ob des Erfolges, seine Wandersachen und machte sich auf einen langen Tagesmarsch. Raus in die Natur, vielleicht half das ja. Die frische Luft tat ihm gut. Und während er so lief, auf einsamen Waldwegen, zwischen Äckern und Feldern quer über Wiesen, fing er an, Gott bitterlich sein Leid zu klagen. Er machte es wie David in seinen Psalmen. Alles was ihn ankotzte kam auf den Tisch. Und gleich hatte er das Gefühl befreiter durchatmen zu können. Nun war seine Wut dort, wo sie hingehört – bei Gott.  Seine Seele kam zunehmend zur Ruhe. Der frische Geruch der Bäume und Pflanzen, das sanfte Wehen des Windes, all das ließ sein Herz höher schlagen und führte ihn in den Lobpreis und das obwohl er gerade noch von vielem so angepisst war. Wow, wie groß dieser Gott sein muss. Was für ein erfindungsreicher Schöpfer! Wohin er auch schaute, alles so einzigartig und wunderschön. Warum hatte er nie darauf geachtet? Sven setzte sich auf einen Baumstumpf am Ende einer schönen Waldlichtung, packte sein Essen und die Bibel aus. Er las einen Abschnitt, meditierte darüber und die Gedanken sprudelten nur so. Die Texte sprachen zu ihm, sie wurden lebendig und berührten ihn. Wie entscheidend doch die Umgebung sein kann, um Gott zu begegnen, dachte er. Warum die Menschheit so viel Geld investierte, um teure Kirchenkomplexe hinzustellen, wo doch die Natur soviel mehr zu bieten hat. Sven musste an Adam und Eva denken. Gott schuf sie und setzte sie in einen Garten. Er baute ihnen keine Hotelanlage, keinen Palast, sondern überließ ihnen ein Stück Land. Jesus musste die Natur geliebt haben. Lehrte er nicht oft an der frischen Luft? Ja, er ging auch in die Synagogen, den Tempel und viele Häuser, dennoch war er viel draußen unterwegs. Er erklärte seinen Jüngern anhand der Natur die gute Nachricht. Ob das nicht alles Zeichen dafür sind, dass die Natur uns helfen kann, Gott näher zu kommen? Sven war sich ziemlich sicher. Die folgenden Kilometer waren die reinste Party. Die Schönheit der Natur verlor ihren Reiz nicht. Eigentlich war er schon immer ein Naturbursche gewesen. Als Kind spielte er viel lieber mit seinen Freunden im Wald, als PlayStation. Zu Hause angekommen, erschöpft und ausgepumpt, doch mental gestärkt, sah er seine Situation schon von einer ganz anderen Perspektive.

Als Sven am Montag wieder zur Arbeit kam, waren die Herausforderungen nicht verflogen, doch er hatte neue Zuversicht gewonnen. Er hatte seinen Zugang zu Gott entdeckt. Einen Weg, wie es ihm leicht fällt, mit Gott zu reden und auch seine Stimme zu hören. Wie gut hatte es ihm getan, mal seinen Frust laut herauszulassen, in der Einsamkeit des Waldes. Was sich in den eigenen vier Wänden komisch angefühlt hätte, fiel ihm draußen  zwischen Wald, Wiesen und Seen viel leichter. Nun ging es für Sven darum, dieses Wissen in seinen Alltag zu integrieren. Warum nicht Bibellesen in der Natur? Warum nicht den eigenen Garten mehr nutzen? Hätte er doch früher gewusst, wie gut ihm das tut…

Als kurze Zeit später ein Mitarbeiter mit einer neuen Ideen kam, um die technischen Probleme zu lösen, konnte Sven die anderen Mitarbeiter motivieren und siehe da – gemeinsam konnten sie Lösungen finden und der Zusammenhalt in der Truppe stieg wieder.

Wie geht es dir mit Gott? Bist du vielleicht ein Sven? Fühlst du dich Gott nahe, wenn du von seiner Schöpfung, von Wäldern, Bergen, Seen oder dem Meer umgeben bist? Kannst du dich nicht sattsehen an Gottes schöpferischer Vielfalt? Ist die Natur eher ein Ort der Inspiration für dich als andere? Probier es doch mal aus!

Mehr zum Thema gibt es bei in meiner EXERCISE-Serie: Freundschaft mit Gott

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Überdenken

Mai 19, 2009 · Kommentar schreiben

Wie wir unsere Beziehung zu Jesus leben sollten wir immer wieder überdenken und dabei ehrlich sein. Folgende Textpassage kann dazu anregen:

„No. I don`t have any doubts about God or anything; it`s just me. I feel like I am constantly saying things I don`t mean. I tell people they should share their faith, but I don`t feel like sharing my faith. I tell people they should be in the Word, but I am only in the Word because I have to teach the Word. I said to a guy the other day, `God bless you.` What does that mean? I have been saying that stuff all my life, but what does that mean? Then I started thinking about all the crap I say. All the cliches, all the parroted slogans. I have become an infomercial for God, and I don`t even use the product. I don`t want to be who I am anymore.”

Donald Miller in Blue like jazz

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Jesus und Jazz

Mai 3, 2009 · Kommentar schreiben

jazz-567163_41997145„I think Christian spirituality is like jazz music. I think loving Jesus is something you feel. I think it is something very difficult to get on paper. But it is no less real, no less meaningful, no less beautiful.” (Donald Miller in Blue like Jazz, S. 239)

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Der Akkordeonspieler

April 7, 2009 · 2 Kommentare

akkordeon-735515_10065531Zugegebenermaßen, ich bin kein großer Fan von Akkordeons. Ich verbinde sie mit Volksmusik und Schlagerpartys, die ich uncool finde. Wenn ich deshalb jemand mit einem Akkordeon um den Hals sehen bin ich nicht besonders angetan.

Letztens bin ich mit meiner Frau durch die Stuttgarter Innenstadt gelaufen. Es war ziemlich kalt, als uns unglaublich schöne Klänge von Ferne zu Ohren kamen. Wir gerieten ins Schwärmen und meine Frau meint nur wie schön so ein Akkordeon sein kann. „Akkordeon“, antwortete ich verduzt, „ das ist doch ein Akkordeon!“ – Es war aber eins. Verzaubernde Klänge von einem Akkordeon, wie konnte das sein?…

Nach ein paar Minuten sahen wir den Akkordeonspieler, blieben stehen und lauschten einfach. Ich war bekehrt.

Manchmal muss man Menschen begegnen, die einem ungeliebte Dinge mit solch einer Leidenschaft und Schönheit zu füllen wissen, bevor man sie selbst schätzen lernt.

Ich musste an meine Leben mit Jesus denken. Wie viele Menschen belächeln diesen Lebensstil, vielleicht auch deshalb, weil sie noch nicht genau „hingehört“ haben.

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