Martin Preisendanz

Sich wundern

Februar 3, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

„Die Fähigkeit, uns zu wundern, ist das einzige, was wir brauchen, um gute Philosophen zu werden.“ Jostein Gaarder in Sofies Welt, S.23

„Neugierde ist die größte theologische Tugend“ Prof. Klaus Berger

  • WUNDERN bedeutet “neugierig sein, überrascht sein”
  • kleine Kinder haben diese Fähigkeit. Für sie ist alles neu. Sie sind sich noch unsicher, was auf dieser Welt möglich ist und was nicht.
  • Ältere Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens meistens diese Fähigkeit. Sie haben sich aufgrund ihrer Prägung an diese Welt gewöhnt. Für sie ist das Leben kein wirkliches Rätsel mehr. Das ist auch der Grund warum Menschen mit hohem Alter ihr Denken kaum ändern.

Matthäus 8:10 “Als aber Jesus es hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden.”

Matthäus 15,30-31 “Und große Volksmengen kamen zu ihm, die Lahme, Blinde, Krüppel, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sich ihm zu Füßen; und er heilte sie, so daß die Volksmenge sich wunderte, als sie sahen, daß Stumme redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels.”

Apostelgeschichte 7,29-31 “Mose aber entfloh bei diesem Wort und wurde ein Fremdling im Land Midian, wo er zwei Söhne zeugte. Als vierzig Jahre verflossen waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches. Als aber Mose es sah, wunderte er sich über die Erscheinung; während er aber hinzutrat, sie zu betrachten, erging die Stimme des Herrn.

  • Auch für unsere Beziehung zu Gott brauchen wir dieses „sich wundern“. Gott ist größer als wir denken; Gott ist anders als wir vermuten usw. Sei nicht überrascht, dass du dich wundern wirst! Es ist mehr möglich als du denkst!
  • Wie reagierst du auf dein wundern? Sei wie Mose. Tue sie nicht einfach ab und sage: „das kann nicht sein“, sondern trete hinzu, betrachte es. Sei offen dich korrigieren zu lassen; dein Denken erweitern zu lassen. Zweifel und Skepsis sind manchmal wirklich angebracht, aber sie können auch ein großes Hindernis sein, wenn sie immer zur Ablehnung werden.
  • In „wundern“ steckt das Wort „Wunder“. Gott ist ein Gott der Wunder. Sei offen für Wunder. Ungewöhnliche Wunder – ungewöhnliche Begegnungen. Sei offen!

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Jesus-Nachfolge · Spiritualität · Theologie · inspirieren
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Wie laut ist laut?

Januar 27, 2010 · 2 Kommentare

Stille ist etwas Gutes.
Aber wir kommen so selten dazu.

Das Jahr der Stille lädt dazu ein innezuhalten und Stille in den Alltag zu integrieren. Dazu nun eine kleine Meditation über Lautstärke. Wie laut ist eigentlich laut? Was setzen wir uns da tagtäglich aus?

Fallen einer Feder in Dezibel = 0
Summen einer Mücke in Dezibel: 10
Ruhiger Raum, nachts, abseits vom Verkehr in Dezibel: 10 – 20

Rascheln von Laub in Dezibel: 20
Ticken einer Armbanduhr in Dezibel: 20
Atemgeräusch in Dezibel: 25
Vogelgezwitscher in Dezibel: 40
Brummen unseres Kühlschranks in einem Meter Entfernung in Dezibel: 50
Leichter Regen in Dezibel: 50
Normale Sprache in Dezibel:  60

Hauptverkehrsstraße, nachts, in Dezibel: 65
Sehr laute Sprache in Dezibel:  70

Genormte Lautstärke einer Fahrradklingel in Dezibel: 75
Geräusch eines Staubsaugers in Dezibel: 80
Durchschnittliches Schnarchgeräusch in Dezibel: 90
Schreirekord in Dezibel: 120
Düsenjet in Dezibel: 120

Lautstärke beim lautesten “Manowar” – Auftritt in Dezibel: 129,5
Lautstärke ab der eine Gehörschädigung möglich ist, in Dezibel: 130

Wichtig ist zu wissen, dass jeweils eine Erhöhung um 10 Dezibel vom Menschen als doppelt so laut empfunden wird.

→ 2 KommentareKategorien: Spiritualität · inspirieren
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

NT vor AT?

Januar 21, 2010 · 5 Kommentare

Welchen Teil der Bibel soll zuerst gelesen werden? Mit welchem Buch der Bibel soll gestartet werden? Die Bibel ist ein umfangreiches Werk mit nicht immer leicht zu verdauender Kost. Soll, wie üblich mit einem Buch, bei Seite 1 angefangen werden? Gerade dann, wenn Menschen sich dem christlichen Glauben nähern oder Interesse zeigen und sie die Bibel lesen wollen, kommt diese Frage auf den Tisch.

Ich habe mich dieser Frage letztens neu gestellt. Mir persönlich ist von verschiedenen Seiten empfohlen worden mit den Evangelien (also Neues Testament) anzufangen. Argumentiert wurde u.a. damit, dass Jesus der Startpunkt sein soll und muss, denn er ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Außerdem steht im Alten Testament (AT) doch recht langatmige Texte, die ich wahrscheinlich nicht gleich verstehen werden und mir die Lust an der Bibel nicht verloren geht … Doch macht diese Argumentation Sinn?

Neulich habe ich von den Wycliff-Bibelübersetzer gehört, dass sie bei den Bibelübersetzungen in Sprachen, in der es noch keine Bibel gibt und die z.T. noch nicht einmal eine geschriebene Sprache besitzen, nicht mehr unbedingt mit den Evangelien anfangen. Meines Wissens wurde “normalerweise” mit dem Markusevangelium begonnen. Vermehrt wird aber jetzt mit dem Alten Testament begonnen. Dabei übersetzen sie nicht das komplette AT, sondern eine Zusammenfassung, die aus 40% des eigentlichen Textumfanges besteht.

Das fand ich nun sehr interessant, besonders die Argumentation. Die Beobachtung ist, dass gerade Völker mit wenig bis gar kein Bibelvorwissen das Neue Testament nur in ihrer Tiefe und Fülle verstehen, wenn sie die Geschichte der Menschheit von Anfang an kennen. Die Dimension der Heilstaten Jesus lassen sich mit dem Hintergrund der Geschichte besser verstehen. Das ist mir sehr einleuchtend.

Wir müssen bei der Verkündigung der biblischen Botschaft bei Gott anfangen (Am Anfang schuf Gott…). Die Bibel macht nichts anderes. Gott war im Anfang. Er war da. Und er schuf die Erde. Alles geht auf ihn zurück. Und dieser Gott stellt sich als ein dreieiniger Gott vor (Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist). Wenn Gott im/am Anfang die Erde erschuf, dann erschuf sie die Trinität. Somit bekommt die Trinität von Anfang an eine große Bedeutung, die es zu (neu) entdecken gilt. Gott ist Gemeinschaft. Die Trinität scheint uns zu komplex und unverstehbar, dass wir sie oft aussparen. Ein Fehler, wie ich meine. Von Gott kommen wir zum Menschen. Wer ist der Mensch? Und da wir von Gott her denken sollten, weil er im Anfang war, stellt sich die Frage konkreter: Wer ist der Mensch vor Gott? Diese Frage gilt es zu beantworteten. Was bedeutet es Ebenbild Gottes zu sein? Wenn das verstanden wurde bekommt auch der Sündenfall seine tiefgreifende Dimension. Sünde (Hartmaologie = Lehre von der Sünde) ist und war eben kein Kavaliersdelikt, sondern in seiner ganzen Konsequenz die Ablehnung Gottes und seines Verständnisses vom Menschen. Von der Sünde kommen wir nun zur Erlösung (Soteriologie = Lehre vom Heil). Und die Soteriologie beginnt nicht im NT mit Jesus, sondern im Garten Eden mit der Schlachtung eines Tieres, damit der Mensch seine Blöße bedecken konnte. Dem Rausschmiss aus dem Paradies folgte die Bundesgemeinschaft. Das AT berichtet nun viel darüber wie Menschen in dieser Bundesgemeinschaft lebten. Erst viele, viele Jahre später kam Jesus und mit ihm das perfekte Opferlamm. Wenn wir Vorgeschichte auslassen, rauben wir uns viel von Gottes Sicht auf seine Schöpfung. Wer Jesus besser verstehen lernen will, muss bei der Schöpfung beginnen und nicht erst bei der Geburt Jesu.

→ 5 KommentareKategorien: Theologie
Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

Rent a preacher

Januar 13, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Prediger zu vermieten. Es ist meine große Leidenschaft, Menschen und Gruppen durch Gottes Wort zu inspirieren, zu qualifizieren und zu mobilisieren, damit sie Gott und ihre Leben besser verstehen und lernen erfüllt zu leben.

Seit einigen Jahren besuche ich verschiedensten Gemeinden und Gruppen, um ihnen Gottes Wesen durch Predigten, Vorträge und Seminare zu vermitteln.

Ich glaube, dass das Leben mit Jesus eine sehr spannende Reise ist. Ich will Menschen dazu ermutigen  sich auf diese Reise einzulassen und ihnen konkretes Handwerkszeugs und Strategien nahebringen, um diese Reise auf eine natürliche, ehrliche und einflussreiche Weise zu gestalten. Das will ich auf eine Art weiter geben, die aktuell, relevant und leidenschaftlich ist. Und das überall, wo Gott mich haben will. Vielleicht auch bei Dir?

Predigten

Der Pastor ist im Urlaub oder Ihr wollt bewusst den Einfluss von unterschiedlichen Predigern? Ich komme gerne und bereichere euch. Mir geht es darum das Denken von Menschen anzuregen, ihr Herz zu berühren genauso wie Wissen und Handlungsstrategien weiterzugeben. Es gibt eine Reihe von Themen die mir am Herzen liegen.

Seminare

Manchmal sind 30 Minuten einfach nicht genug! In Seminaren oder auf Freizeiten besteht die Möglichkeit, mehr Zeit miteinander zu verbringen und sich etwas besser kennen zu lernen. Es können ganze Themenreihen durchgeführt werden, die die Chance bietet, sich ausführlich mit bestimmten Inhalten auseinander zu setzen und auch didaktisch kann variantenreicher gearbeitet werden. In meinen Seminaren, die ich an die jeweiligen Gegebenheiten anpasse, geht es mir darum, dass wir gemeinsam das Thema erarbeiten. Die Teilnehmer sollen miteinbezogen werden und selbst kreativ zum Denken angeregt werden. Ich wende unterschiedlichen Medien an (u.a. PowerPoint, Flip-Chart) und arbeite mit Geschichten (Storytelling), Musik, OpenSpace etc..

Und wie weiter?

Wenn Du denkst, ich sollte mal bei Euch vorbei schauen, dann nehme doch einfach Kontakt mit mir auf. Ich bin telefonisch und per Mail gut zu erreichen. Dann besprechen wir alles weitere. Ich würde mich freuen, von Dir zu hören.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: allgemein
Mit Tag(s) versehen: , , ,

Was können moderne Menschen mit Jesus anfangen?

Januar 8, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Im Rahmen der Christologie-Vorlesung hält Prof. Dr. Klaus Berger am Samstag, den 30.01.2010 um 19.30 Uhr einen Vortrag zum Thema: “Was können moderne Menschen mit Jesus anfangen?”. Diese Veranstaltung findet unabhängig von der Vorlesung statt und ist offen für Gäste und Interessierte. Herzliche Einladung! Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende zur Deckung der Kosten wird geben.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Nicht kategorisiert

Weg damit!

Januar 4, 2010 · 3 Kommentare

Zugegebenremaßen ein wenig populistisch. Ich hoffe ihr versteht die ernsthafte Ironie!

Weg damit! Weg mit „Meine Stimme gegen Armut“-Gewissensberuhigung. Hilfe ist mehr als ein Mausklick im Internet! Schluss mit „Alle Wege führen zu Gott“. Allah ist nicht Jahwe, Jesus nicht Mohammed und Buddha schon gar nicht Shiva. Weg mit dem Schlankheitswahn. Frauen mit Rundungen sind schöner. Weg mit billiger Comedy ala Mario Barth und Oliver Pocher. Weg mit der “schnell Kohle machen Kultur”. Hart arbeiten für den Erfolg ist angesagt. Schluss damit sich über Nordic Walking lustig zu machen. Auch Frauen brauchen einen Sport. Weg mit „Geiz ist geil-Slogans“, denn teuer hält länger. Schluss mit „Wir wollen die Mauer wieder- Nostalgie.“ Ein wenig Geschichtsunterricht hat noch niemand geschadet.  Weg mit „den Politikern die Schuld in die Schuhe schieben“. Selber gestalten. Weg mit den lästigen Verspätungen der Bahn. Die Japaner bekommen es doch auch hin. Weg mit E-Card Geburtstagsgrüße. Wir freuen uns doch alle unglaublich über Briefe. Weg mit den GEZ-Geldeintreibern. Deren Methoden bedürfen keine weiteren Kommentare. Weg mit der reinen Lehre. Unsere Erkenntnis ist und bleibt Stückwerk. Weg mit dem täglichen Gehetzt-Sein. Ein wenig mehr Stille und Innehalten ist angebracht. Weg mit kurzfristigem Denken. Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint. Weg mit dem Krisengerede. Wart ihr noch nie in Afrika? Weg mit „Sei ein Sieger-Sprüchen“. Scheitern ist erlaubt. Und schließlich Weg mit „Yes we can“-Kampagnien – ich muss nicht alles können.

Was muss für dich im Jahr 2010 weg?

P.S. im nächsten Post geht es dann um das was „her muss“, schließlich ist dafür sein besser als gegen etwas…

→ 3 KommentareKategorien: Ethik · allgemein

Berufung

Dezember 21, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin ein großer Fan von Eckard von Hirschhausen. Seine Art Wissen zu vermitteln spricht mich voll an. Wir bräuchten mehr “Verkündiger” wie er. Wie er Kabbarett und Wissenschaft verbindet fasziniert mich. Der Traum in mir wächst Ähnliches zu wagen.

Seine Glückshow beendet er mit  folgender Gute-Nacht-Geschichte. Dabei geht er auf das Thema Berufung ein. Klingt sehr nach Martin Luther. Er entwickelte seine Vorstellung von Beruf und Berufung vor allem aus der paulinischen Aufforderung “Jeder bleibe in der Berufung, in der er berufen wurde.” Jeder äußere Beruf eines Menschen beruht auf einer inneren Berufung durch Gott. Jeder Einzelne erfährt diese Berufung aufgrund von gottgegebenen ganz besonderern Qualitäten und Fähigkeiten zum Dienst am Nächsten und somit für Gott. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Fließbandarbeiter dem Manager absolut gleich. Jegliche Berufserfüllung im engeren wie im weiteren Sinn, z.B. durch das Ehrenamt, wird als Gottesdienst verstanden.

“Gott erwartet von Menschen mit den verschiedensten Temperamenten und unterschiedlicher Erziehung und Herkunft nicht immer dasselbe. Ein jeder sollte Gott entsprechend seiner Berufung dienen und sein Gewissen nicht mit der Tatsache quälen, dass er nicht zu Handlungen fähig ist, für die er nicht qualifiziert ist.”

Richard Wurmbrand, deutsch-rumänischer Pfarrer

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Ethik · Jesus-Nachfolge · Theologie · allgemein
Mit Tag(s) versehen: , , ,

Jeden Tag ein Quäntchen Glück

Dezember 14, 2009 · 6 Kommentare

Nichts ahnend läuft er durch die Innenstadt und ist Teil des vorweihnachtlichen Trubels. Und dann kommt dieser Reporter auf ihn zu und stellt eine ganz einfache Frage…

  • Wem würden Sie gerne eine Überraschung machen?
  • Kennen Sie jemanden der dringend eine finanzielle Unterstützung bräuchte?
  • Was würden Sie machen, wenn sie 100 € hätten, mit denen Sie jemandem helfen könnten?

Ein Team macht eine Umfrage zum Thema Geld und Nächstenliebe. Leute werden gefragt wem sie mit 100 Euro etwas Gutes tun würden. Sie geben dann eine Antwort. Anschließend bekommen sie zu ihrer Überraschung vom Reporter tatsächlich 100 Euro geschenkt und sollen sie an die genannte(n) Person(en) weiter verschenken. Die Kamera begleitet sie auf dem Weg und dokumentiert die Überraschung. Jeden Tag im Advent gibt es eine neue Geschichte. Eine tolle und berührende Aktion! Sie holen die Leute und damit letztlich auch uns aus bequemer Passivität und zeigen, wie man mit wenig schon sehr viel erreichen kann!

Wie sang Hildegard Knef so treffend: Die Welt sollte sich umgestalten.

www.quaentchen-glueck.de

Hier das wunderschöne Türchen 13 als Beispiel:

Türchen 13 from Arthur-film on Vimeo.

→ 6 KommentareKategorien: Ethik · allgemein · inspirieren
Mit Tag(s) versehen: , ,

Christologie-Vorlesung mit Prof. Dr. Klaus Berger (Heidelberg)

Dezember 9, 2009 · 4 Kommentare

Prof. Dr. Klaus Berger hält die Christologie-Vorlesung der PIONIERAKADEMIE.

Kennen Sie Jesus? Wohl kaum ein Christ wird diese Frage ernsthaft verneinen. Aber kennen wir ihn wirklich – oder kennen wir nur bestimmte Bilder von Jesus, die im Laufe unseres Lebens durch Kirche, Gesellschaft und eigene Vorstellungen entstanden sind? Welche Erfahrungen hast du mit Jesus gemacht? Welches Bild hast du von ihm – und stimmt das mit dem biblischen Bild überein? Welches Bild von Jesus vermittelt den die Bibel überhaupt?

Die Evangelien berichten von ihm als den im Alten Testament angekündigten und erwartenden Messias, der vom Reich Gottes predigte, der heilte, Wunder wirkte, Jünger um sich sammelte, sich um die Menschen kümmerte und schließlich am Kreuz für die Sünden der Menschheit starb und auferstanden ist. Jesus als der Menschenfreund und Erlöser. Doch Jesus will mehr sein. Er hat den Anspruch unser Herr zu sein. Ein Gott der nicht nur für unsere Errettung zuständig ist, sondern der durch unser Leben verherrlicht werden möchte. Was bedeutet das nun für uns? Und dann die vielen „Ich bin – Worte”… Und was machen wir mit der Tatsache, dass Jesus Jude war?

Wir kommen an diesem Jesus nicht vorbei. Er ist Mittelpunkt unserer Nachfolge. Wie wir über ihn denken hat Auswirkungen auf unsere Spiritualität, auf Mission und unser Bild von Kirche und Gemeinde.

„Die Person Jesus steht im Mittelpunkt von allem, er bestimmt wer wir sind und was wir tun. Wie schwer es auch ist ihm wirklich zu folgen, so stellen wir doch fest, dass wir immer wieder zu ihm zurückkommen müssen, wenn wir wirklich und rechtmäßig seine Leute sein wollen. Wir haben keinen anderen Punkt des Archimedes, der uns die Richtung vorgibt, und keinen anderen Standard, an dem wir die Gültigkeit unseres Glaubens messen können, um festzustellen, ob unser Christsein wirklich echt ist. Jesus zu lieben und unsere feste Absicht, ihm gemäß zu leben, ist mit einem spirituellen Mechanismus vergleichbar. Er liegt dem ganzen theologischen Verständnis der Kirche zugrunde und bringt eine ständige Erneuerung mit sich. Wir denken, dass eine beharrliche Rückkehr zu Jesus für jede Bewegung, die sich mit seinem Namen identifiziert, unersetzlich ist.” Frost, Hirsch in „Der wilde Messias”, 10.

„Was glaubt ihr wer ich bin?” (Mt 16,15), fragte Jesus seine Jünger. Eine Frage, die 2000 Jahre alt ist und doch relevanter als je zuvor. Vielleicht ist es auch für dich dran deine Jesusbilder zu reflektieren und ihn Jesus neu zu entdecken! Dazu soll die Christologie-Vorlesung der Pionierakademie dienen.

Datum: 29.-31. Januar 2010

Ort: Meiningen

Dozent: Prof. Dr. Klaus Berger

Zentrale Inhalte:

1. Jüdischer als gedacht – Zerbricht die Christologie das Judentum?

2. Trinität ist kein Rechenexempel – Christologie als Teil des Glaubens an den dreieinigen Gott

3. Wo wohnt Gott wirklich? – Der Glaube an Jesus als eine Antwort auf die Frage, wo Gott zu finden ist

4. Das ist mein Leib, das ist der Neue Bund.- Was wäre, wenn Jesus doch Abendmahl gefeiert hätte?

5. Jesus ja, Kirche nein.- Kritik an der Institution auf Kosten Jesu

6. Entsteht der Glaube an Jesus erst zu Ostern? – Über den langsamen Untergang eines Forschungsstereotyps

7. Jesus ist der Bräutigam. – Hat Jesus den Zölibat gelebt, und wenn ja, warum?

8. „Der Schlüssel zum Paradies liegt zu Füßen der Mütter” (Qoran) – Menschwerdung Gottes und Marienverehrung evangelisch.

Zu den Anmeldeinformation geht es hier.

→ 4 KommentareKategorien: Pionierakademie · allgemein
Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Grenzgänger-Tour Tag 6

Dezember 4, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Heute ist es soweit, der letzte Tag unserer Grenzgänger-Tour steht bevor. Wir haben uns auf die Spuren der Friedlichen Revolution gemacht und dabei einiges erlebt. Beginnend in Leipzig sind wir von Regnitzolsau, im Dreiländereck Sachsen, Bayern und Tschechien, die Grenze entlang bis auf die Halbinsel Priwall gefahren, um gestern an den Feierlichkeiten zum 20.Jahrestag des Mauerfalls teilzunehmen. Bevor den Heimweg nach Meiningen antreten machen wir noch einen Abstecher nach Wandlitz. Wandlitz liegt circa 20 Kilometer nordöstlich von Berlin innerhalb in einem Brandenburger Großschutzgebiet und ist von Mischwald und drei Seen umgeben. Bekannt wurde der Ort zu DDR-Zeiten durch die nahegelegene Waldsiedlung, in der die Mitglieder des Politbüros des Zentralkomitees der SED unter anderem Walter Ulbricht, Günter Mittag, Erich Honecker und Erich Mielke wohnten. Die Waldsiedlung war ein militärisch streng abgeschottete Objekt lag abseits sonstiger Besiedlung. Leider hatte ich mich unzureichend vorbereitet und so suchten wir die Waldsiedlung vergebens. Heute ist dort, was ich vorher nicht wusste, eine Reha-Einrichtung angesiedelt. Wir sind daran knapp vorbeigefahren und da wir nicht mehr die Kraft und Lust hatten uns durchzufragen, sind wir en Heimweg angetretten. Dennoch bekommen wir einen Eindruck vom Leben bei Wandlitz, seiner wunderschönen Umgebung und dem unrühmlichen Fakt Wohngebiet von Diktatoren gewesen zu sein. Ich frage mich, wie es den Wandlitzern heute mit der Siedlung geht?

Quelle: http://personal.georgiasouthern.edu/~hkurz/geo/ddr/ddr-bez.jpg

Abends kommen wir wieder in Meiningen an. Wir haben 2500 km hinter uns gebracht. Eine ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Ich habe einenn guten Eindruck von der Grenze bekommen. Wie lang 1700km sind ist mir nun klarer. Durch unwegsames Gelände und offene Landschaft durchzog sich der Todesstreifen. Ein Monstrum, ein Wahnsinnsprojekt, das Deutschland teilte.

In der Bibel fordert Gott sein Volk immer wieder dazu auf sich da die Vergangenheit zu erinnern. Wenn sie das taten war das kein intellektuelles Sich-deutlich-machen, sondern meist ein Fest. Diese Tour war für mich auch eine Erinnerungsfahrt. Ich habe mich diesem Teil deutscher Geschichte gestellt. Ich war vor Ort, ich habe beobachtet und einen Einblick in die Dimension der Teilung bekommen – das wird mir weit mehr in Erinnerung bleiben als jeder Film oder jedes Buch.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Geschichte
Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,